Wie schon an anderer Stelle erwähnt bietet das Buch einen viel tieferen Einblick in das Geschehen und besonders die beteiligten Menschen, als der Film das überhaupt zu leisten vermag.
Schaut man sich die Szenen kapitelweise an, erfreuen einen die vielen Wiedererkennungserlebnisse, so z. B. der Name des Anführers der mobilen Eingreiftruppe: Er nennt sich kurz und knapp ONE. Es werden eine ganze Reihe von Personen mit einer Vorgeschichte bedacht, die sich dann natlos in das verfilmte Geschehen einfügt.
Eine andere Szene ist die, als Anna Bolt und Mariano Rodriguez in ihr Labor kommen und sie sagt: "Aber vielleicht tauche ich diesmal nicht auf.", und er antwortet: "Warum nicht?". Die Vorgeschichte dieser zwei Sätze wird in phantasievoller Weise auf ganzen vier Seiten erzählt und kumuliert am Ende fließend mit dem Moment, in dem der Film einsetzt.
Apropos Vorgeschichte: Die dauert fünf Kapitel bzw. ca. 80 Seiten. Erst dann folgt die erste Szene, mit der auch der Film beginnt. Die 80 Seiten davor sind rund um eine im Film nur Sekunden dauernde Erinnerungssequenz, die Heike Makatsch und Milla Jovovich das einzige Mal zusammen zeigt, aufgebaut.
Einziger Wermutstropfen ist die Qualität der Übersetzung. Da ich momentan beide Bücher, also das englischen Original (für Englischpraktikanten empfehlenswert, da leicht geschrieben) und die deutsche Version, gemeinsam lese, stoße ich alle Nase lang auf mehr oder weniger große Klöpse, die der Übersetzer sich geleistet hat. Ein Beispiel: Einige Mitglieder der Truppe glauben, Rain Menendez sei nur aus Gründen der political correctness (...something to give the team a PC look..., S. 139) übernommen worden. Der Übersetzer aber schrieb auf S. 152: ...das dem Team einen Hightech-Anstrich verpassen sollte... m.a.W. er hat das PC für Personal Computer gehalten und so gut es ging versucht, das in die Geschichte einzubauen. Das mag einer der Gründe sein, warum der Nachfolgeband R.E. Apocalypse von jemand anderem übersetzt worden ist.
Doch tun diese kleinen Macken dem Lesevergnügen keinen Abbruch, da jemand, dem der Film gefallen hat, sicher noch möglichst viel über die Hintergründe wissen will und hier voll auf seine Kosten kommt.