Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Leichte Bewegungsunschärfen und Kontrastmängel im Bild lassen keine erhoffte Referenzwertung zu. Auch tonal fehlt es an Feinheit und Dynamik. Und auch bei den Extras gibt es vieles doppelt und dreifach zu sehen. Eine gute, aber nicht eben aufregende DVD für einen Krachertitel.
Bild: RE3 ist zu Beginn in der Augen-Nahaufnahme enorm scharf. Solange das Bild ruhig ist. Denn in Kameraschwenks beginnt leichtes Ruckeln und eine etwas zu deutliche Bewegungsunschärfe (20.42, 29.20 mit Nachziehen). Auch fehlt die letzte Schärfe, die man bei einem so aufwendigen und aktuellen Film erwarten würde (z.B. 19.58 und 27.25 bei Millas Gesicht). Hier sieht es einfach etwas zu flächig und wenig detailkräftig aus. Die Farbwiedergabe ist sehr gut gesättigt und nicht übertrieben. Saumbildungen wurden nicht bemerkt. Dafür gibt es immer wieder leichtes Grieseln und stehende Rauschmuster (15.30, 17.10, 21.38, 27.52, 28.20), das vorrangig in größeren und hellen Farbfeldern erscheint. Letztlich kann auch der Kontrastumfang nicht ganz überzeugen, denn bei einem solchen Film führen normalerweise auch Gegenlichtaufnahmen nicht zu einer kompletten Einschwärzung von Personen (8.15). Bei 29.00 verschwinden in der Dämmerung gar ganze Personen im Vordergrund im Dunkel. Alles keine erheblichen Probleme, aber halt ungewöhnlich für einen so aufwendigen Film.
Ton: Der Filmton ist recht dynamisch und klingt am besten in der DTS-Spur, die vor allem den Dialogen noch ein wenig mehr Kraft und Körper gibt. Für einen guten Raumeindruck sorgen die immer wieder eingestreuten Windgeräusche, Vögel und natürlich die Musik. Alles wird recht breit und auch tief in den Raum gestaffelt wiedergegeben. Der stereophone Eindruck wird auch hinten mit einigen Vorbeifahrten von Quad ( 28.30) und Personenwagen (24.08) präsentiert. Etwas mehr Dynamik und Tiefgang hätten jedoch nicht schaden können. Denn immer wieder steigt die Musik deutlich tiefer in den Frequenzkeller hinab, als der eigentliche Filmton. Beispiel: Die Decke stürzt ein: 12.30. Dies klingt sogar harmlos gegen die Musikeinlage. Die englische Tonspur ist gegenüber der deutschen Dolbytochter ein wenig zurückhaltender. Die Dialog klingen aber ein wenig besser in den Raumklang integriert, als in der deutschen Synchronfassung.
Extras: Die Extras sind auf den ersten Blick sehr umfangreich. Doch viele Szenen aus Making of, Blick hinter die Kulissen und den Interviews wurden gleich mehrfach verwertet, so dass man sich von der Menge an Extras nicht täuszen lassen sollte. Der Audiokommentar ist leider nur in englischer Sprache und nicht deutsch untertitelbar. Die Extraszenen und das Making of sind jedoch sehr interessant und nicht das übliche bla bla. --movieman.de
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Der aus den Vorgängern bekannte T-Virus hat sich mittlerweile über die ganze Welt ausgebreitet, viele Überlebende zuckeln im "Mad Max"-Stil über die Erde. Die Umbrella-Corporation tüftelt derweil in Bunkern nach Gegenmitteln und einer Domestizierung der Zombies ("Day of the Dead" lässt grüßen), während draußen die Untoten herumstreifen, die zwar Fleisch fressen, aber nicht dringend brauchen, weshalb sie nicht eingehen.
Auch Alice (Milla Jovovich), die Heldin der Vorfilme, brettert mit ihrem Bike durch die Endzeitwüste, während andere Menschen nur in Convoys sicher sind. Dabei stößt sie auf Hinweise zu einer möglicherweise sicheren Zuflucht...
Die Reststory lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen: Alice trifft Überlebendenconvoy, man beschließt nach der Zuflucht zu suchen, Umbrella funkt dazwischen und Alice muss sich noch um die ortsansässigen Mitarbeiter kümmern. Das war dann auch alles Story und achso überraschenden Wendungen, allenfalls die Frage, wer wohl als Zombieschnack endet, ist nicht ganz vorhersehbar, interessiert angesichts der Abziehbildcharaktere auch kaum. Hinzu kommen noch so einige dämliche Einfälle, Alice hat nun auf einmal telekinetische Kräfte, die immer dann ausbrechen, wenn man sich dramaturgisch nicht anders aushelfen kann (z.B. wenn Alice' Motorrad in die Binsen gehen muss, damit sie sich dem Convoy anschließt).
Somit zeigt Paul W.S. Anderson, dass er als Regisseur durchaus fähig ist, als Drehbuchautor allerdings zu den minder Talentierten gehört. Einen vernünftigen Spannungsbogen hat die Reißbrettstory jedenfalls nicht, ein paar gelungene Schockeffekte gehen auf Mulcahys Kappe und nicht auf Andersons. Auch sonst zitiert das Script fröhlich andere Filme, z.B. "Die Vögel" beim Angriff infizierter Krähen, weitere Zombiefilme und Endzeitstreifen wie "Steel Frontier".
Doch einen gewissen Unterhaltungswert kann man "Resident Evil: Extinction" dennoch attestieren, was vor allem Russell Mulcahy anzurechnen ist. Der Mann inszeniert den Film weitaus atmosphärischer als Alexander Witts Vorgänger und gibt dem mit Misch aus Zombie-, Endzeit- und Westernmotiven ein gewisses Flair. Zu den besonders einprägsam von ihm inszenierten Szenen gehören sicherlich die Aufnahmen des verschütteten Las Vegas sowie die von Unmengen von Zombies belagerte Umbrella-Basis.
Wie schon der zweite Teil setzt "Resident Evil: Extinction" auf Action, leider nicht in ausreichendem Maße. Alice' anfängliche Begegnung mit Banditen ist ein netter Appetizer, danach dauert es aber. Temporeich ist der Angriff der infizierten Krähen, das Highlight sicherlich das Gefecht mit dem Zombies in Las Vegas, bei dem Alice mit zwei Krummdolchen schlitzend, kickend und springend unter den Untoten aufräumt, während die anderen Überlebenden trotz Feuerwaffen kaum auf einen grünen Zweig kommen. Dagegen fällt der Showdown ab, das Eindringen in den Komplex ist noch ganz nett, aber der obligatorische Endfight Alice vs. Mutant ist eher unspektakulär, schwach getrickst und somit den Pendants aus den Vorgängern unterlegen.
Milla Jovovich spielt die Hauptrolle solide, keinesfalls preisverdächtig, aber dennoch ganz OK. Unterstützung gibt es dieses Mal von Oded Fehr, in der gleichen Rolle wie im Vorgänger, der recht gutes erbringt, sowie einer etwas unterforderten Ali Larter. Diese beiden stechen noch ein wenig bei den Nebendarstellern heraus, den Rest hat man schnell vergessen.
Dank Russell Mulcahys Regie ist "Resident Evil: Extinction" etwas besser als der zweite Teil geraten, auch wenn das Script hier ein ziemlicher Ausfall ist. Stimmung hat der Film schon, meist gute Action, den Showdown mal ausgenommen, derer aber zu wenig. Akzeptabel, aber mehr auch nicht.
--- Nils Bothmann (McClane)"