RESIDENT EVIL: APOCALYPSE [2004]
ZUM FILM:
2002 lieferte uns Regisseur Paul Anderson die durchgestylte Kinoadaption des Videospiels Resident Evil, kein Meilenstein der Filmgeschichte aber so effektiv, dass sein offenes Ende auf mehr Hoffen ließ. 2004 übergab Anderson das Zepter an Neuling Alexander Witt, und der führt die Story ohne inhaltliche Unterbrechung fort.
Wir begleiten Alice, dargestellt von Milla Jovovich, eine von stetiger Amnesie geprägte Kampfamazone, die die Stadt über der berüchtigten Umbrella Corporation in Schutt und Asche wieder findet. Nach der versehentlichen Freisetzung des Virus hatten alle Bewohner Raccoons begonnen, sich gegenseitig aufzuessen, sodass die Führung von Umbrella die gesamte Stadt hermetisch abriegelte und die restlichen Nichtinfizierten ihrem Schicksal überließ. Alice muss sich nun mit einer kleinen Gruppe Überlebender den Weg nach draußen frei kämpfen und dabei so einige mutierte Mitbürger beiseite räumen.
Wo in Teil Eins noch altbackene Zombies im Vordergrund standen und allererste Kampfpriorität hatten, gesellt sich nun allerlei Neues an bearbeitetem Erbmaterial auf die Tanzfläche - allen voran, Alice' Exfreund, der mit ihr überlebte und schließlich von Umbrella zu ihrem übermenschlichen Gegenpol gezüchtet wurde. Mit Raketenwerfer und Trommel-MG stampft er durch Raccoon und macht alles platt, was ihm vor die Linse kommt. Doch auch die Dobermannhündchen und die Schleimer mit der langen Zunge aus Teil Eins sind wieder dabei.
Was die Charakterzeichnung anbelangt, darf man wohl nicht zu viel erwarten. Alice ist immer noch fit und verwirrt, hat jedoch durch die Experimente, die mit ihr gemacht worden sind, noch Einiges an Stärke und Schnelligkeit dazu gewonnen. Der Rest des Ensembles bleibt, bis auf Thomas Kretschmann als Oberfiesling, blass und uninteressant. Da sind noch der übliche Leiter der Spezialeinheit, der aussieht wie Thomas Anders, eine kämpferische Polizistin und ein afroamerikanischer Possenreißer, der für eins zwei Lacher sorgen soll.
Action, bis der Arzt kommt ist die Devise bei diesem zweiten und schwächsten Teil der Resident Evil Reihe. Nach einem kurzen Rückblick auf Teil Eins geht es sofort ans Eingemachte. Stilistisch ist dies zwar solide inszeniert, jedoch stresst den Zuschauer das ständige Geballer schnell: Zombies immer und überall, die nerven anstatt Angst zu machen, Kopfschüsse als Dauerzustand. Wo Teil eins noch Spannung erzeugte, versucht man hier durch wütende Knetgummimonster zu unterhalten. Das funktioniert nicht ausreichend, sodass das erneut offene Ende das Publikum eher befürchten als hoffen lässt.
Ein unausgegorenes Drehbuch, mittelmäßige Regie und charakterlose Figuren machen Resident Evil - Apocalypse zu einer gehaltslosen Gute-Laune-Veranstaltung, die getrost von der anhaltenden Welle kinematographischer Zombie-Revivals profitiert. Die schwache deutsche Synchronisation mindert den Eindruck zusätzlich.
ZUR BLU-RAY:
Der fast durchgehend scharfe Bildtransfer und der rockige HD-Ton (DTS-HR-5.1 in Deutsch und Englisch) dieser ungeschnittenen Fassung überzeugen und machen Spaß. Extras sind auch vorhanden.
Empfohlen sei der Film all denen, die schon beim Anblick des Trailers feuchte Hände bekommen haben. Allen anderen sollten lieber auf die bereits erschienene Blu-ray von Dawn of the Dead zurückgreifen.