>>> ZUM FILM <<<
Eines muss man der RESIDENT EVIL-Filmreihe bestätigen: Trotz insgesamt nur mäßiger Filme ist sie sehr beständig. Man muss jedoch sagen, dass sich die Serie mit jeder Fortsetzung ein Stückchen weiter von der Videospielvorlage entfernt hat. Ob dies positiv oder negativ ist, muss jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden. Mir persönlich gefiel der erste RESIDENT EVIL-Film jedoch recht gut und ich finde gut, dass AFTERLIFE nun versucht, sich der Vorlage und dem ersten Film wieder ein Stück weit anzunähern. Im Ergebnis ist der Film jedoch wieder nur eine sehr durchschnittliche Angelegenheit.
Der actionreiche Auftakt inkl. weiterer Szenen im Film könnten dabei direkt aus MATRIX stammen und die zahlreichen Los Angeles-Szenen im und auf dem Gefängnisgebäude erinnern doch verdächtig an Zack Snyders DAWN OF THE DEAD-Remake. Nicht nur die geweils gewählten Locations wirken ähnlich. Selbst die Kameraführung, die eingesetzen Effekte und die insgesamte Atmosphäre wirken eher abgekupfert als eigenständig entwickelt. Aufgrund der nicht vorhandenen Eigenständigkeit und des übertrieben actionreichen Auftakts, war ich daher nach ca. 30 Minuten des Films recht genervt und kurz vom Drücken auf die "STOPP"-Taste.
Da ich es nicht getan habe, konnte ich dann doch noch einen recht kurzweiligen Film sehen, in dem sich viele bekannte RESIDENT EVIL-Charaktere die Klinke in die Hand gegeben haben: Alice trifft auf Chris und Claire Redfield, Albert Wesker und gleich mehrere Zombievarianten, die man zuletzt im Spiel RESIDENT EVIL 5" sehen konnte... selbst Jill Valentine hat einen kleinen Auftritt. Dieser Wiederkennungseffekt war sehr positiv. Zuschauer, die die Spiele nicht kennen, haben jedoch wenig von diesen "Aha"-Momenten.
Schauspielerisch bleibt alles wie gehabt: Die weiblichen Darstellerinnen müssen vor allem optisch eine gute Figur machen, den Rest erledigt das Waffenarsenal. Die männlichen Darsteller müssen gut aussehen und erhöhen dadurch amüsanterweise ihre Überlebenschancen. Männer mit einem maximal durchschnittlichen Erscheinungsbild enden im Laufe des Films durchweg als Zombiefutter. Im weitgehend talentfreien Cast markiert Shawn Roberts als Albert Wesker den absoluten Tiefpunkt: Normalzustand: grimmig schauen -> verärgerter Zustand: grimmig schauen! Diese "gigantische" Bandbreite an emotionalen Regungen wirkt nach einer gewissen Zeit nicht nur unfreiweilig komisch sondern geradezu dämlich. Albert Wesker als DER Gegenspieler verkommt in meinem Augen zu DER Witzfigur - so viel Dummheit hat es nicht verdient, zu überleben!
Beinahe hätte ich noch die teilweise unfreiwillig komischen Dialoge vergessen... am besten einfach darüber hinwegsehen bzw. -hören, dann schmerzt es nicht so sehr und man kann den Film einigermaßen genießen.
>>> ZUR BLU-RAY <<< (Testausstattung: LG PLASMA 50 Zoll / Canton Karat 7.1 Set)
Technisch kann die Blu-Ray (ich habe die 2D-Version) schon eher beeindrucken. Das Bild ist recht scharf und zeigt sehr gute Farben. Allerdings lässt der Kontrastwert zu wünschen übrig. In dunklen Szenen gehen zahlreiche Details verloren. Ich fürchtete erst, mein Plasma-TV wäre dafür verantwortlich. Da er jedoch in der Regel ein sehr gute Bild produziert und auch eine Nachjustierung der Bildparamter nichts gebracht hat, musste ich feststellen, dass die vorhandenen Bildschwächen der Blu-Ray anzulasten sind.
Der Sound rummst ordentlich, so dass es viel Spaß macht, den Film auch auf einer höheren Lautstärke zu genießen.
Die Extras sind nett, jedoch war keines dabei, das mich wirklich sehr beeindruckt hätte.
FAZIT:
RESIDENT EVIL-Fans können an dem Film eine große Freude haben. Ich wurde - nach den geschilderten Anlaufschwierigkeiten - gut unterhalten. Der Film ist meilenweit von einem überdurchschnittlichen Werk entfernt aber man kann seinen Spaß dabei haben, wenn man das ein oder andere Auge zudrückt.