Wir wissen es ja: Manche Menschen haben zwei Arbeitgeber. Bei Kurt Berliner hieß der eine Markus Wolf, der andere Oskar Fischer. Der eine war der Chef der DDR-Auslandsaufklärung, der andere DDR-Außenminister. Im April 1990 wurde Berliner mit zwei weiteren Diplomaten zum Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter ernannt (den letzten drei der DDR übrigens), anderentags meldete er sich anständigerweise krank.
Berliner war OibE, Offizier im besonderen Einsatz. Er ist der erste in dieser Funktion, der sich - nach mehr als zehn Jahren - zu Wort meldet. Zuletzt war er in Paris, zuvor in Brüssel. Der Mann hat was gesehen, er hat was zu erzählen. Seine Erinnerungen lesen sich spannend und glaubwürdig. Nur manchmal kommt der Diplomat durch, wenn er den Geheimdienstler beschreibt.
Eine sehr informative, lesbare Lektüre.
Aber heißt Berliner wirklich Berliner?