Elizabeth Corley legt mit ihrem Erstlingswerk einen furiosen Start hin. Wenn sie die detaillierten Pläne eines Killers darlegt, und denen den Tagesablauf des gewählten Opfers gegenüberstellt, das nichtsahnend in die Falle tappt, muss man schon ein paar Mal tief durchatmen. Nach diesem langen Prolog wird dann auf der Spannungsskala ein wenig zurückgeschaltet und wir lernen Inspektor Andrew Fenwick kennen, einen alleinerziehenden Familienvater, der nach langer schwieriger Krankheit seiner Frau wieder ins Arbeitsleben zurückkehrt. Fenwick soll sich um ein paar Beschwerden kümmern, darunter die eines Ehemannes, der meint, das Verschwinden seiner Frau werde nicht ernstgenommen. Tatsächlich hat der Fall ein paar beunruhigende Merkmale, so dass die Ermittlungen wieder aufgenommen werden. Doch erst, als eine Lehrerin ermordet wird, und sich herausstellt, dass sie mit der verschwundenen Frau zur Schule ging, fangen die Ermittler an, zu vermuten, dass die Opfer vielleicht doch nicht so willkürlich ausgewählt wurden. Eine Tatsache, die dem Leser schon lange vorher bekannt war, denn immer wieder gibt die Autorin Einblicke in die Gedanken und Aktionen des Killers.
"Requiem für eine Sängerin" ist ein Buch mit einem sehr spannenden Anfang, einem interessanten Mittelteil und einem leider etwas langatmigen Ende. Eine Straffung hätte zumindest dem letzten Drittel des Buches gut getan, denn, wie das Ende aussehen wird, ist nicht nur dem Leser, sondern auch Täter, Opfer und der Polizei lange vorher klar. Dafür erhält man eine detaillierte Schilderung der Polizeiarbeit, der Probleme, die sich ergeben, wenn viele Behörden zusammen arbeiten müssen, und nicht zuletzt gibt es einen Überblick über Verdis Requiem, dessen Einbindung in die Handlung mir sehr gut gefallen hat.
Fazit: Nicht perfekt, aber vielversprechend.