Es hat sich in den vergangenen Jahren häufig als Gewinn erwiesen, wenn Dirigenten die von der sogenannten "Alten Musik" kamen sich der Klassik gewidmet haben. Die Mozart-Aufnahmen von Harnoncourt, Gardiner und Jacobs seien hier erwähnt, Harnoncourts Freischütz und Gardiners Falstaff. Diese Dirigenten sind es gewohnt die Quellenlage der Werke genau zu prüfen und die Autographen der jeweiligen Partituren zu rate zu ziehen. Dabei kommen häufig einige Überraschungen hinsichtlich Besetzung, Instrumentierung und Klangbild zu Tage. Vieles, was für unser Ohr vertraut klingt, hat sich über viele Jahre in der Praxis eingebürgert, entspricht aber nicht den Intentionen der Komponisten, soweit sie sich aus den originalen Partituren lesen lassen.
So bringt uns Gardiner in dieser Aufnahme ein Verdi-Requiem zu Gehör, wie wir es bislang nicht erlebt haben. Allein der warme, dunkle, farbenreiche Klang der historischen Intrumente ist ein Erlebnis. Dazu ein vorzügliches Solisten-Ensemble und der wie immer großartige Monteverdi-Chor. Eine Aufnahme die man kennen sollte.