Um diese Aufnahme richtig einzuschätzen, einige Vorbemerkungen :
Sie wurde bereits 1962 aufgenommen - und (wenn mich nicht alles täuscht) - in einer Kirche, und nicht im Studio. Daraus resultieren sowohl ihre Stärken, als auch ihre "Mängel". Der Klang ist entsprechend nicht glasklar - aber eben auch von einer lebendigen Unvollkommenheit, die Aufführungen auszeichnen. Der Klang ist nicht "weichgezeichnet", sondern entsprechend dem Aufführungsort hallig und gerade dadurch in die Raumtiefe gestaffelt und konturiert.
Karajan versammelt als SängerInnen das legendäre Mozartensemble der Wiener Staatsoper. Alleine dieser Umstand macht diese Aufnahme zur Rarität. Der Wiener Singverein singt voll, lebendig und engagiert. Die Berliner bereiten den Stimmen die Bühne und lassen ihnen den Vortritt.
Insgesamt eine alte Meisteraufnahme, an die man nicht mit modernen digitalen Hörgewohnheiten herangehen darf.
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Wem diese Aufnahme nicht gefällt weil zu karajanisch, der könnte die beiden Decca-Aufnahmen von Georg Solti und Istvan Kertesz mit den Wiener Philharmonikern und dem Wiener Staatsopernchor probeweise anhören. Die sind wesentlich akzentuierter, dramatischer, kraftvoller und genauer gespielt, auch von einer besseren Aufnahmequalität.