Leider kann ich von dieser Aufnahme nur abraten: es ist erstaunlich, dass bei einem Label wie EMI unter einem Aufgebot der Weltstars (jedenfalls in Sachen Sologesang, Orgel, Orchester und Dirigat; der Chor gehört definitiv nicht in diese Kategorie!) eine derart misslungene Produktion entstehen kann. Die extreme Auslotung der dynamischen Bandbreite im Orchester (die Pianissimi sind kaum noch hörbar, die Fortissimi wirken z. T. nur noch schrill) kann man als Geschmacksache noch durchgehen lassen, für mich passt es eher nicht zu einem post-impressionistischen Werk, das auf gregorianischen Gesängen aufbaut. Der Chor fällt aber nicht nur punkto Klangvolumen vom Orchester ab: bei den a capella-Werken offenbaren sich dann wirklich handfeste Schwächen in der Intonation, so dass kein wirklicher Hörgenuss aufkommen kann. Das gravierendste Intonationsproblem besteht allerdings zwischen Orgel und Orchester, was den letzten Satz des Reqiuems "in paradisum" alles andere als paradiesisch erklingen lässt. So wunderschön die Orgel der Kirche N.-D. de la Daurade in Toulouse klingen mag (was ich schon live erleben durfte), sie scheint mit dem modernen Sinfonieorchester inkompatibel. Unter dem Strich bleibt da mit den Solopartien von T. Hampson und A. S. v. Otter einfach nur sehr wenig "geniessbares".