Das "Requiem for Adam" (1998, 41 Min.), das dem verstorbenen Sohn von David Harrington gewidmet ist, ist ein sehr seltsames Werk. Es hat zwei Probleme. Erstens besteht es aus drei unterschiedlichen Sätzen, die zusammen keine Einheit bilden. Zweitens weckt der Begriff "Requiem" gewisse Erwartungen (Trauer und Besinnung), was Terry Riley (gewollt) nicht erfüllt und was den Hörer eher ratlos zurücklässt. Der erste Satz ist wirklich stark, indem sich die Musik spannend entwickelt und langsam im Sinne einer Himmelsleiter in Stufen aufsteigt. Der zweite Satz wird durch elektronisches Schlagzeug und Bläser verstärkt, was ziemlich laut ist und die Stimmung des ersten Satzes völlig zerstört. Der dritte Satz beginnt mit nervenden, schleifenden Streichern, die den ganzen, zuweilen ruhigeren und besinnlicheren Satz begleiten, und somit gar keine besinnliche Stimmung aufkommen lassen.
Die Zugabe "The Philosopher's Hand" (2000, 6 Min.) ist ein meditatives, besinnliches, in die Unendlichkeit gehendes Klavierstück, das Riley selbst spielt. Von der Stimmung ist es vergleichbar mit "Pari Intervallo" von Arvo Pärt. Dieses Stück ist wirklich grossartig und 5 Sterne wert.