Abenteuerromane aus dem dunklen Herzen Afrikas? Mit untergegangenen Kulturen, ausgestorbenen Tieren und Männern, die mit Donnerbüchsen Großwild jagen?
Das war einmal. 19. Jahrhundert, H.G. Haggard und Conan Doyle konnten so etwas schreiben. Aber in unseren aufgeklärten Zeiten ist so was obsolet, unglaubwürdig. Ein untergegangenes Genre.
Aber Thomas Thiemeyer hat es wiederbelebt. Und keine Spur von Alterschwachsinn oder Gebrechlichkeit lässt sich feststellen. Ein höchst lebendiger Großwildjäger der allerdings mittlerweile hauptsächlich als Tierfänger arbeitet -, ein stubenhockender Wissenschaftler, der seine Jugendliebe sucht und eine afrikanische Biologin, deren Fahrstil allein schon für Spannung sorgt.
Sie suchen einen höchst lebendigen Saurier, der sich in einem riesigen Sumpf- und Seengebiet verkrochen haben soll. Mokele MBembe nennen ihn die Eingeborene. Und sie suchen die junge Wissenschaftlerin Emily Palmbridge, die dort verschollen ist. Eine Videokamera mit einer Aufgabe einer saurierähnlichen Gestalt ist das einzige, was von ihr gefunden wurde.
Natürlich schreiben wir das Jahr 2007 und da sind Gene interessant. So steht eine Gentechnik-Firma hinter all der Aufregung und finanziert die Suche nach Saurier und Biologin.
Aus diesen Zutaten mixt Thiemeyer einen spannenden Abenteuerroman, den der Leser nicht mehr aus der Hand legen mag. Mit Figuren, die so lebendig sind, wie der Fahrstil der Biologin und so bedrohlich, wie ein Großwildjäger, der Rache nehmen möchte.
Nur in Amerika, in der Zivilisation, da fühlt sich der Autor etwas unwohl. Auf dem Firmensitz der Gentechnikfirma, ganz am Anfang, klingen seine Figuren steif, reden alle hölzern im gleichen Stil und beinahe hätte ich das Buch dort aus der Hand gelegt. Doch das ist nur der Anfang, ist kurz und sobald der dunkle Kontinent erreicht ist, der riesige Kongofluss unter dem Leser auftaucht, gibt sich das.
(C) Hans Peter Roentgen