Viele behaupten, der Synthie-Pop habe mit dem und dem Album begonnen. Wenn eines die Initial-Zündung einer neuen Musik-Ära war, dann "Reproduction" aus dem Jahre 1979. Betrachtet man, was zu der Zeit sonst auf dem Markt (und in den Charts) war, klingen die Human League wie aus einer anderen Welt. Man berücksichtige dabei wohl, dass sich die Band damals noch in Original-Besetzung befand, d.h. ohne die beiden Mädels (Susan Ann Sulley und Joanne Catheral), aber mit Martyn Ware und Ian Craig Marsh, die zwei Jahre später zusammen mit Glenn Gregory Heaven 17 sowie die B.E.F. (British Electric Foundation) gründeten. Hier gibt's demzufolge keinen kommerziellen Synthie-Pop à la "Don't You Want Me" zu hören, sondern solchen der revolutionären und intelligenten Sorte. Unverzichtbar für die Musik-Geschichte sind Songs wie "The Circus of Death", "Almost Mediaval" und natürlich "Empire State Human" (nach letzterem hat sich übrigens die momentan bekannteste Synthie-Pop-Band aus Irland benannt). Wer sich heutzutage immer die neuesten Synthie-Pop-Veröffentlichungen kauft, aber "Reproduction" nicht kennt, weiß im Grunde über diese Musik-Richtung gar nichts. Selbstredend könnten diese Songs heute auch noch in den Charts bestehen - und das mit Synthesizern, die von Martyn Ware und Ian Craig Marsh selbst zusammengebastelt wurden. Schade nur, dass sich diese beiden schon zwei Jahre später von den Human League trennten, aber wer das neueste Album "Secrets" (22 (!) Jahre später) gehört hat, weiß, dass Phil Oakey sich wieder auf die Pionier-Zeiten des Synthie-Pop zurück besonnen hat. Trotzdem gilt hier natürlich, dass das Original nicht von der Kopie zu überbieten ist.