Als ich "Repo!" sah, war ich zunächst geschockt über diese Welt, geschockt über die Atmosphäre des Films.
Dieses düstere "Gothic-Musical" ist in den ersten 20 Minuten sehr gewöhnungsbedürftig, fesselt einen dann aber mit seiner Spannung und seinen Liedern. Anthony Stuart Head, der heimliche "Buffy"-Star, ist als sehr talentierter Sänger einigen schon aus dem Buffy-Musical bekannt, und überzeugt auch hier; mit seinen Sanges- und Schauspielkünsten als skrupelloser, doch von Trauer und Verlustängsten gepeinigter Organwiederbeschaffer und Vater.
"Repo!" hat desweiteren alles, was ein zünftiges Musical, bzw. eine Oper braucht: eine tragische Vergangenheit/Hintergrundgeschichte, markante Charaktere, Intrigen, Enthüllungen, einen spannenden, sich zuspitzenden Verlauf und ein fulminantes, tragisch-komisches Ende. Sehr gut inszeniert sind auch die Zwischenspiele, die die Vergangenheit des Geneca-Bosses (Paul Sorvino), des Repo-Man und der blinden Sängerin Mag erzählen (die unbestritten die beste und ausdrucksstärkste weibliche Stimme im Film ist).
Auch Paris Hilton schlägt sich wacker und klingt gar nicht einmal schlecht, kann aber sich aber neben den anderen Charakteren weder wirklich behaupten noch herausstechen, besetzt aber eine kurzweilige Nebenrolle als Amber Sweet.
Auch der "Geschichtenerzähler", ein Grabräuber, der aus verwesenden Leichen ein heilendes, schmerzstillendes Elixier gewinnt, überzeugt mit seiner Darstellung.
Insgesamt ein absolut sehenswerter Film, der sicherlich etwas für den speziellen Geschmack ist, Zuschauer aber ganz und gar in seine Welt und seinen Bann zieht. Außerdem nichts für zart besaitete. Ich persönlich würde ihn auch eher ab 18 empfehlen, denn auch die fesselnde Handlung und die tollen Songs machen nicht blind für Szenen, in denen zB Leuten diverse Organe aus dem Körper gerissen werden.
Ich bin ein Fan! ;-)