Nachdem CitySlang bereits zu Beginn des letzten Jahres mit der Veröffentlichung des neuen "Get Well Soon" Albums ein großes Ausrufezeichen für die folgende Saison setzen konnte, schicken sie 2009 erneut ein heißes Eisen für den Wettbewerb um die Gunst der Indie Zuhörerschaft ins Rennen. Zerrissen von der Hassliebe zu ihrer Heimat Südafrika haben sich Sängerin Cherilyn MacNeil und der Grammy-Preisträger Darryl Torr dennoch eine gewisse Unbeschwertheit bewahrt. Ein wunderschönes Land, doch gezeichnet von Überbevölkerung, verwirrenden Strukturen, Arbeitslosigkeit und einer hohen Kriminalitätsrate.
Kaum zu glauben, daß solch ein feinfühliges Album hinter den Mauern einer ehemaligen Hochsicherheits-Festung entstehen konnte. Denn genau dort hin, in den Studio-Komplex eines staatlichen Radiosenders (SABC), verschwanden die Musiker und schufen mit der Unterstützung des US-Amerikaners Brent Knopf, der bereits in der Band "Menomena" tätig war, eine bezaubernde Indie Pop Perle. "Replace why with funny" beschreitet dabei keine gänzlich neuen Klangpfade, aber überrascht mit einer Mischung aus verschiedensten Einflüssen: Weltmusik, Folk, Jazz, Klassik und Rock. Songs wie "Great white bear" oder "Never goes" beginnen beinahe zerbrechlich leise und ufern in einem orchestralen Wechselbad der Gefühle aus. Doch auch eine reine Ballade wie "Release me" vermag zu fesseln. Dazu bedarf es lediglich der klaren, anziehenden Stimme von Cherilyn McNeil, ihrem vorzüglichen Pianospiel und den Detail verliebten Klangfeinheiten der beteiligten Bandmitglieder, deren Phantasie grenzenlos zu sein scheint. "Dear Reader" berühren, verzaubern, verursachen Gänsehaut und immer wieder auch ein Lächeln auf den Lippen. Gleichermaßen Trostspender wie Stimmungsmacher. Zweifelsfrei eine Indie Pop Platte, der breite Aufmerksamkeit gebührt.
Anspieltipps: "Great white bear", "Out out out" und "What we wanted"