Diese deutsche Neuerscheinung setzt sich systematisch mit rentablem Mitarbeitereinsatz und den wichtigsten Aspekten der Personalvermögensrechnung auseinander:
Wodurch unterscheiden sich liquide Mittel und Kredite, Fabriken, Roh-stoffe, Maschinenausrüstung sowie Energie auf der einen und Mitarbeiter auf der anderen Seite? Die erstgenannten Mittel bieten nur inaktives Potential, können von sich aus keinen Nutzen erzeugen. Wert entsteht erst, wenn Mitarbeiter - egal ob am Fließband oder im Topmanagement - eingreifen und dieses Potential nutzen. Der Mensch ist der einzige Faktor, der von sich aus Wert erzeugen kann. Die Mitarbeiter bringen Leben in das bereitgestellte Strukturkapital und schaffen durch ihr Tun mehr oder minder großen Wert. Diese Wertschöpfung durch Humankapital - so die These des Autors - kann tatsächlich gemessen werden.
Humankapital läßt sich als Kombination meherer Faktoren begreifen:
(1) Die Eigenschaften, mit denen eine Person an die Arbeit herangeht: Intelligenz, Energie, eine positive Einstellung, Zuverlässigkeit, Engagement
(2) Ihre Lernfähigkeit: Begabung, Vorstellungskraft, Kreativität, Können und praxisorientiertes Denken
(3) Ihre Motivation zum Austausch von Informationen und Wissen: Teamgeist und Zielorientierung
Hauptelemente für das Management des Humankapitals: Planung, Gewinnung, Pflege, Fortbildung und Bindung.
Zentrales Thema des Buches ist es, eine Verbindung aufzuzeigen zwischen dem Management des Humankapitals und den Ergebnissen des Unternehmens. Der Autor präsentiert Ergebnisse seiner mehr als zwanzig-jährigen Forschungs- und Beratungstätigkeit, beschreibt in anschaulichen Beispielen sowohl schlechtes Management des Humankapitals, das mit erheblichen Kosten und entgangenen Gewinnchancen bestraft wird, als auch gutes Management.
Das Buch bietet zahlreiche Graphiken und Dutzende von Formeln. Man kann sie nutzen und verbessern. „Im Grunde können Sie bei der Wahl der Methode ganz von Ihren Bedürfnissen ausgehen. Wir arbeiten hier an einem Ansatz, für den es noch keine Grundsätze ordnungsgemäßer Rechnungslegung gibt. ... Behördliche Stellen werden sich kaum einmischen, solange die Auffassung vorherrscht, daß nur Immobilien, Lagerbestände, liquide Mittel oder Ausrüstungsgegenstände gemessen werden können."
Trotz betriebswirtschaftlicher Sprache reduziert er Mitarbeiter nicht auf Zahlen. Im Gegenteil empfiehlt er, sich mit den Mitarbeitern als Triebfeder aller Unternehmenserfolge auseinandersetzen - unter der für Fitz-enz aus wirtschaftlicher Sicht wichtigsten Frage, welche Erfüllung die Menschen in ihrer Arbeit finden. Denn er ist davon überzeugt, „daß ein Unternehmen, das seinen Mitarbeitern ein erfüllendes Arbeiten ermöglicht, letzten Endes über die produktivsten Mitarbeiter und die treuesten Kunden verfügen wird".