Zwei Welten treffen hier aufeinander: Das Interesse Berios an vorhandener Musik hat immer wieder zu Bearbeitungen geführt oder wie in der "Sinfonia" zur Integration eines Fremdwerkes (Mahler). "Rendering" nun klingt an den Brückenteilen schon ein wenig wie Berio, aber eigentlich ist es ein ausgedeutetes Werk im Sinne Schuberts, auf Skizzenblätter einer unvollendeten Sinfonie basierend (aber nicht die "Unvollendete"). Es ist romantische Musik durch und durch, ungehemmt melodiös und für Menschen mit Aversionen gegen Werke ab Schönberg & Co. absolut rezipierbar - aber auch für alle anderen. Mit der anderen Welt ist das Klavierkonzert gemeint, das wieder purer Berio ist. Erst nach mindestens fünfmaligem Hören organisiert sich das Geklimper in den Synapsen des Rezipienten und wirkt wohl gesetzt und gelungen, wobei es mir schwer fällt, das Stück näher zu beschreiben. Als Zugabe dann eine Bearbeitung eines schmissigen Werkes von Boccherini für Orchester.