Zunächst mal: Es ist kein Enthüllungsbuch über bekannte Fußballstars. Zwar nennen die Autoren viele Vereine und Namen, die in irgendeiner Weise mit Zockereien zu tun haben. Aber ihnen geht es vielmehr darum zu zeigen, wie der übliche Lebensstil von Fußballprofis geradezu anfällig macht für exzessive Spielsucht.
Denn gerade bei diesen kommt vieles zusammen, was suchtgefährdet macht: sie verdienen viel Geld, haben viel Zeit, die überbrückt werden muss, etwa im Bus zu den Auswärtsspielen, im Trainingslager oder im Manschaftshotel.
Natürlich wird nicht jeder Profi zwangsläufig zum Zocker. Und die Grenzen zwischen harmlosem Freizeitvergnügen und Suchtgefährdung sind oft fliessend. Aber die Autoren zeigen am Beispiel von Schnitzler, wie es im Extremfall ausarten kann. Seine Zockerkarriere ist so typisch, dass auf Einzelheiten verzichtet werden kann. Am Ende stehen jedenfalls Verstrickung in die Wettmafia, über 100 000 Euro Schulden, Hausdurchsuchung und DFB - Sperre bis mindestens 2013.
Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass es sehr schwer ist, aus der Spirale von Spielen und Schulden herauszukommen, wenn man einmal verstrickt ist - und dass man sich deshalb von Anfang an fernhalten sollte. Schnitzlers Mutter drückte es am besten aus: " Rene musste nie arbeiten für sein Geld. Es wäre besser gewesen, wenn er eine Lehre gemacht hätte, dann hätte er mal den Wert des Geldes kennengelernt". Derzeit macht Schnitzler gerade eine Suchttherapie. Es bleibt zu hoffen für ihn, dass er eine zweite Chance bekommt, und sie dann auch nutzt.