"Remo" war 1985 der Versuch für die USA eine eigene Serie um einen Spitzenagenten zu starten, die auf der "Destroyer"-Romanserie des Autorenduos Sapir/Murphy basierte. Doch trotz 007-Drehbuchautor Christopher Wood (schrieb "Der Spion, der mich liebte" und "Moonraker") und 007 Regiesseur Guy Hamilton (u.a. "Goldfinger", "Leben und sterben lassen") nahm das Publikum den Film nicht an.
Defintiv schade, denn "Remo" ist herrlich kauzige Agentenaction, die sich selbst nicht zu ernst nimmt und damit von sämtlichen Agentenformaten, die es damals gab, abhob.
Streifenpolizist Edward Makon wird für eine Geheimorganisation "zwangsrekrutiert" und von einer Bettpfanne (!!) entnommen Remo Williams genannt. Remo soll von dem asiatischen Kampfmeister Chun in der Kampfkunst Sinanju unterrichtet und zum topfitten Topagenten ausgebildet werden. Während dieser Ausbildungsphase punktet der Film mit ganz viel Herz und schrägem Humor. Chun ist ein so genialer Charakter, dass er in Punkto Kauzigkeit sogar einen Mr. Myagi aus "Karate Kid" noch übertrifft.
Der Humor zwischen Remo und Chun ist einfach herrlich, wenn Chun z.B. versucht Remo auf gesundes Essen umzustellen, denn beim Essen und Humor der beiden treffen hier einfach Welten aufeinander, etwa wenn Chun Remo stets die Überlegenheit der koreanischen Rasse über die Amis erklärt oder ihm vorwirft, er fahre wie ein Affe in der Brunft.
"Remo" mag für viele ZU kauzig sein und überspitzt das asiatische Fähigkeitenreportoire etwas, wenn Remo z.B. joggt und dabei nach und nach wenige Zentimeter vom Boden abhebt.
Doch wer Filme mag, die eben KEIN Mainstream sind, sondern liebevoll eine Story mit verrückten eigenen Einfällen erzählen, ohne sich an einem bestehenden Format zu orientieren, der sollte diesen Film mal entdecken.
Action bietet "Remo" zwar nicht ganz so viel, aber wenn auf Remo ein Mordanschlag verübt wird, während er auf der Freiheitsstatue rumklettert oder das Finale bieten diesbezüglich beeindruckendes.
Damals war das Kinopublikum offenbar noch nicht bereit dafür, dass sich ein Format erst etablieren musste, dass hier nie Fortsetzungen folgten. Eigene US-Agentenserien fürs Kino etablierten sich ja erst Jahre später mit den "Mission: Impossible" und "Jason Bourne"-Filmen.