Von einem Nasenhaartrimmer erwarte ich, dass sich der Schneidekopf einfach in das Nasenloch einführen und sich eine gründliche Rasur nahezu vergleichbar einer Gesichtsrasur durch Bewegungen unter schwachen Druck entlang der Naseninnenwände erzielen lässt. Auch der Innenbereich der Nasenspitze, wo oft die meisten und längsten Haare wachsen, muss gut erreichbar und die Haare einfach trimmbar sein. Eine derart gründliche Haarentfernung ist für mich eine wichtige Voraussetzung für ein gepflegtes Erscheinungsbild eines Mannes. Hervortretende Haare, auch einzelne, oder Borsten sind inakzeptabel
Dieser Trimmer erzielt nicht annährend die gewünschte Gründlichkeit. Die Ursache ist meiner Meinung nach der ungeeignet konstruierte Schneidemechanismus, aus dem ein zu großer (8,5 mm breiter), schlecht in die Nase einführbarer wie schlecht drehbarer (über die Drehung des gesamten Geräts), sperriger Schneidekopf resultiert. Die Klinge ist dreifach gekerbt und liegt im Ruhezustand plan bündig über einem metallischen Führungsplättchen mit ebenfalls drei Kerben. Eingeschaltet bewegt sich die Klinge zweidimensional mit einem schwachen Brummen schnell über das Führungsplättchen. Dabei soll der Schneidekopf langsam über den behaarten Bereich geführt werden, so dass die Haare im Idealfall in die Kerben der Führungsplättchen geraten und dort durch die sich bewegende Klinge abgeschnitten werden.
Die Kerben sind aber nur sehr klein, und die Klinge liegt ca. 2 mm über dem Führungsplättchen. So lassen sich insbesondere einzelne Haare nur schwer fassen und demzufolge, wenn überhaupt, nur mit großer Geduld und nach langem Hantieren in der Nase abschneiden; die minimale Schnitthöhe liegt nicht unter 2 mm, sondern sogar deutlich darüber. Ein nicht parallel, sondern gewinkelt zur Naseninnenwand geführter Schneidekopf erzielt keine kürzere Rasur und schon gar keine gründlichere Rasur, sondern schneidet überhaupt nicht mehr, weil das Führungsplättchen (das nur ca. 0,5 mm unter der Klinge vorsteht) noch schwerer Haare zur Klinge führen kann. Der Haartrimmer erfordert also eine möglichst parallele Führung entlang der Naseninnenwand, um wenigstens einige Haare zu erfassen und ggf. auch zu schneiden.
Diese Art der Führung ist aber innerhalb eines Nasenlochs und der nicht ebenen Naseninnenwand nur sehr eingeschränkt möglich, so dass die allermeisten Haare, selbst die leicht erreichbaren, so auch die in der Nasenspitze, nicht gekürzt werden können. Dieses Gerät ist für Anwender mit sehr viel Geduld und mit einem extremen, borstenartigen Haarwuchs in der Nase geeignet, die sich mit einem Grobschnitt zufrieden geben. Bei vielen Haaren werden immerhin einige geschnitten, wie ich an den Augenbrauen testen konnte.
Für Anwender, die eine regelmäßige, gründliche und schnelle Rasur bevorzugen, ist dieses Gerät gänzlich ungeeignet. Einzig auffallend ist, dass das Gerät beruhigend vor sich hinbrummt und keine Schmerzen verursacht. Da ich mir das Gerät aber nicht zur Beruhigung, sondern zur Nasenhaartrimmung kaufte, erhält es für mich nur einen Stern; ich würde auch keinen Stern vergeben, doch das ist je leider nicht möglich. Wer hier eine hohe Sternzahl vergibt, muss über Jahre die Nasenhaare nicht geschnitten haben und kaum noch Luft bekommen, denn dann mag man einen kleinen Schneideeffekt feststellen können. Ich kann das Gerät absolut nicht empfehlen.
Stattdessen empfehle ich das Modell Remington NE3350 Hygiene Trimmer DUO".
Dieses hat zwar teils schlechte Kritiken aufgrund seiner ungünstig konstruierten Ein-/Aus-Schaltung über das Batteriefach (das kommt als Manko bei dem hier rezensierten Gerät noch hinzu). Dieser Nachteil wird aber bei weitem durch die sehr gründliche, schmerzfreie Rasur mehr als aufgewogen; der seitliche Schneidekopf ist bei diesem Gerät durchdacht konstruiert und funktioniert einwandfrei selbst bei kurzen und einzelnen Nasenhaaren.