Nachdem ich mir die Rezensionen diverser Clipper durchgelesen hatte, entschloss ich mich, erstmals nach einigen Jahren Amazon-Einkauf zwei Geräte zur Auswahl zu bestellen. Trotz einiger negativer Urteile waren das der Remington Maverick und eben dieser HC5810 Genius. Meine Haare schneide ich so circa 3-5mm, bei kräftigem, widerspenstigem Haar brauche ich ein starkes Gerät. Hätten die beiden Remingtons einen negativen Eindruck hinterlassen, hätte ich in den sauren finanziellen Apfel eines Panasonic-Haarschneiders gebissen
Die Geräte kamen wie von Amazon gewohnt blitzschnell und einwandfrei verpackt an. Der Meverick war nicht so schlecht wie in einigen Rez. beschrieben, die kurzen Aufsteckkämme auch nicht sooo biegsam wie befürchtet. Natürlich kann man einen Clipper nicht in der Praxis testen, das wäre unhygienisch. Nicht so schlimm, denn der HC5810 überzeugte auf Anhieb mehr als der etwas günstigere Maverick.
Ausstattung:
Der HC5810 kommt im stabilen Alu-Köfferchen. Im Inneren befinden sich die oben aufgeführten Teile. Der Clipper selbst macht einen stabilen Eindruck, ist komplett aus Kunststoff gefertigt (auch das obere silberne Teil!)nicht zu schwer und liegt gut in der Hand. Die überdeutlichen Akku-LEDs (es ist ein MH-Akku eingebaut) der Druckknopf zum Einschalten und der Drehgriff zur Einstellung der Schneidelänge zwischen 0,8 und 2,8 mm komplettieren die Bedienelemente.Beim Scherkopf besteht das obere Messer aus Keramik. Dem Set sind diverse einzelne Aufsatzkämme beigefügt, die einen sehr stabilen Eindruck machen. Dazu kommen übliche Kämmchen und Scherchen, ein kleiner und ein mächtiger Pinsel zur Säuberung und eine Flasche Feinmechanik-Öl. Der Lade-Ständer ist durchaus massiv, das Netz-Kabel wird entweder direkt an den Clipper oder an den Ständer gesteckt. Alternativ zum Akku-Betrieb kann mit Netz-Betrieb geschnitten werden, das Kabel ist ausreichend lang.
Handhabung:
Die Bedienungsanleitung versucht holperig, die Funktionen zu erklären. Bei den praktischen Schnittbeispielen ist das gut gelungen, ansonsten eher lückenhaft. So ist das wichtige Schmieröl völlig vorenthalten, der Zeitpunkt, wann zu schmieren ist, ebenfalls(Lösung: Wenn der Scherkopf bei Betrieb heiß/warm werden sollte). Ungenügend beschrieben ist auch, wie der Scherkopf vom Gerät ab- und wieder dran montiert wird. Entfernt wird der Kopf durch leichten Druck auf die Schneide. Der Mechanik-Raum ist abgedichtet (!), ich schätze mal, da kommt so schnell kein Härchen rein. Beim Wiederaufsetzen setzt man die untere Nase in den Body ein und drückt den Kopf leicht mit dem Daumen gegen das Gehäuse, bis er hörbar einrastet. Thats it, mehr nicht. ;-)Technische Daten gibt es keine, eine Erläuterung, wie sich die Schnittlänge aus der Einstellung des Drehringes und den Kämmen ergibt, auch nicht. Ich wollte erst einen Stern für die schlechte BDA abziehen, letztlich ist das Gerät insgesamt dafür aber zu gelungen.
Ganz "old school" werden die Kämme auf den Scherkopf geschoben und rasten dann ein. Um noch einmal zur BDA zurück zu kommen: Die Länge aus Drehknopf und Kamm addiert sich. Der Clipper selbst ist übrigens von einer Hygiene-Einschweißfolie umgeben und ein klein wenig vorgeladen. Nach nur einer Stunde Ladezeit zeigte er "voll" an, ich habe ihn aber bis zu anderen Morgen bei der ersten Ladung am Netz gelassen, die BDA empfiehlt das so. Mit einer Ladung soll für 40 Minuten Power da sein. Ich halte diesen Wert eher für untertrieben, nach dem ersten ausprobieren, welches schätzungsweise 15 Minuten gedauert haben mag, war noch kein Element gewichen, die probeweise Gegenladung war nach ein paar Minuten wieder beendet.
Geht los:
Ich schneide mir die Haare selbst, ohne Hilfe. Mit dem 3mm Kamm und ca. 1mm Zugabe per Drehrad, welches in der Handhabung einfach genial ist, weil es sich nicht wie diese sonst üblichen Hebel und Schiebeschalter von allein verstellt, hatte ich die mir genehme Schneidlänge. Der Motor ist eher leise, jedenfalls im Vergleich zu meinem alten Philips und soweit ich mich erinnere, auch zu dem Remington, der davor seine Dienste versah. Jedenfalls nicht unangenehm vom Geräusch her. Das Gerät geht durch meine widerspenstigen Borsten durch, als wenn es nichts wäre. Dabei stört kein Ziepen, die Haare türmen sich nicht ungebührlich zwischen Kamm und Schneide. In rekordverdächtigen ca. 15 Minuten war der Grundschnitt fertig. Was ist nun mit den Kanten? Weniger als 0,8 mm lässt sich ja nicht einstellen! Da gibt die BDA ausnahmsweise Auskunft: Den Clipper umdrehen und im 90° Winkel cutten - funktioniert wunderbar!
Fazit:
Der Genius-Clipper scheint mir nach den ersten Praxis-Versuchen ein wirklich prima Gerät zu sein. Er schneidet hervorragend, lässt sich gut handhaben und wird mit einer luxuriösen Ausstattung geliefert. Wer sich den Kopf richtig rasieren möchte, ist durch das 0,8mm-Minimum mit einem anderen Gerät sicherlich besser bedient, für mich und meinen Kurzhaarschnitt scheint das Teil aber optimal. Hoffentlich bleibt das so, dann ist der Remington HC5810 ein sehr empfehlenswerter Kauf. Ich werde berichten! ;-)