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Doch weil Träume leider zugleich auch oft Schäume sind, mischt sich in die Begeisterung über Leslie Feists musikalischen Einfallsreichtum beinahe so etwas wie Furcht, alles könne sich spurlos in Luft auflösen. Möge ihr der Stoff für grandiose Songs wie auf The Reminder niemals ausgehen! Nach dem seinerzeit so unerwarteten Erfolg von Let It Die, der eine längere Tournee nach sich zog und dem Nachfolger Open Season, fand die kanadische Sängerin erstaunlicherweise noch immer genügend Zeit und Energie, dieses neue Wunderwerk aus der Taufe zu heben. Mit von der Partie sind die restlichen Mitglieder der alt bewährten Karawane, die einst von Toronto nach Berlin zog und nun weiter nach Paris, vor dessen Toren The Reminder entstand: Jason Beck alias Gonzales, Julian Brown und die Gebrüder Baird, sowie natürlich Mocky. Genau wie auf Let It Die bringt das Zusammenspiel der Canadian Connection wieder Außergewöhnliches hervor, insgesamt 13 Stücke, die in gelungenen Arrangements aus akustischer Gitarre, Banjo, Klavier, Drums und zuweilen Orchester (1234) herrlich ruhig dahin fließen ohne jemals ins Plätschern zu geraten. Die Vielseitigkeit und Ausgefeiltheit der Arrangements offenbart sich vor allem jenen, die sich Zeit zum Zuhören nehmen. Dann steht die Chance gut, in der abgründig düsteren Ballade The Limit To Your Love den musikalischen Atem von Lee Hazlewood zu spüren, oder die Vibes eines Matthew Herbert, an einer der ganz wenigen Passagen, an denen die Fußspitzen ins Wippen geraten, bei Sealion. Ob Gonzales hier nicht vielleicht doch eine Prise Funk ins Spiel hätte bringen können, wie seinerzeit auf seinem Album Uber alles? Hat er nicht, denn Feist bleibt Feist und diese sich ihrer Nähe zum urbanen Folk treu, wie im Musterbeispiel The Park.
Neben dem durchweg brillanten musikalischen Niveau sämtlicher Stücke, ist die persönliche Grundhaltung zum Musikmachen auf The Reminder wohl am bemerkenswertesten. Jeder Ton transportiert ein großes Maß an Unabhängigkeit gegenüber allem Gängigen und macht deutlich, dass es sich um das Album einer Sängerin handelt, die bedingungslos ihre eigene Musik macht. Wie das am besten gelingt, lässt sich hier nicht nur nachhören, sondern auch auf dem Cover studieren: indem man viele schöne Fäden zwischen Gott und der Welt spannt und diese dann wieder bei sich zusammenlaufen lässt. -- Andreas Schultz
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Meist einfühlsames, sehr intimes Album einer Ausnahmekünstlerin.,
Von
Rezension bezieht sich auf: The Reminder (Audio CD)
Leslie Feist hat wieder mal ein rundum schönes Album gemacht, das sehr intim und sparsam wirkt und sicherlich zu längerem Hören anregen wird.Im Vergleich zu ihrem letzten Album legt sie meines Erachtens dieses Mal mehr Wert auf die ruhigen, sanften Töne, die sehr sparsam instrumentiert, einen eher akustischen Eindruck machen und so Stimme und wenig Instrumente alleine wirken. Das kann vor allem bei den sehr ruhigen Stücken gehört werden. Die paar schnelleren Songs sind teilweise sehr happy, folkig und zeigen ihre Freude am Schreiben und andererseits sind sie mir etwas zu hektisch und ohne Ziel, was mein einziger Makel an dem Album ist. Die schnelleren Songs auf dem letzten Album waren etwas melodischer, weniger Gitarren, mit viel 70's-Feeling, ein wenig in die Lounge-Dance-Richtung gehend, was ich einfach sehr mochte. Songs wie "One evening", "Inside and out" oder "Secret heart" fehlen leider gänzlich, vermisse ich sehr auf diesem Album. Das Album beginnt ruhig und folkig: "So sorry", ein schöner Starter. Bei "I feel it all" und "My moon, my man" wird man erstmal wachgerüttelt und wird zum Mitschunkeln oder Mitgröhlen animiert. "The park" und "The water" sind sehr ruhige, akustische Klassiker, die erst nach mehrmaligem Hören ihren Charakter entpuppen und sehr intim wirken. Schöne Melodien, ein Akustikgitarrensong, der auch zu einem traurigem Western passen würde und ein balladesker Piano-Song. Dann kommen zwei Songs, die ich nicht so mag, Folkrock mit "Sea lion woman", einem Nina Simone Cover, dem ich mit seinem rockigem Flair nicht viel abgewinnen kann. Dem kurzen "Past in present" kann ich nicht viel hinzufügen, Countryfolkpop, etwas lala-artig, geht so. Dann das absolute Highlight "The limit to your love", absolut gefühlvoll, wunderschön instrumentierter Song. Klasse! "1234", ein folkiger, sehr fröhlicher Song mit Trompeten. "Brandy Alexander", wieder ein schöner, ruhiger Song. "Intuition", keine Ahnung, plätschert vor sich hin, dem kann ich noch nichts abgewinnen. "Honey honey", schöne Harfen, die bei "How my heart behaves" fortgesetzt werden, der zweite Höhepunkt auf dem Album, ein Fast-Duett mit absolutem Gänsehaut-feeling am Schluss, tolle Instrumentierung! Insgesamt gesehen ein Folkpoprock-Album mit vielen absolut schönen ruhigen Stücken, ein paar coolen schnellen Ausreißern und ein paar unnötigen Songs (für mich unnötig), leider ohne loungiges 70er Clubfeeling, das mochte ich an ihrem letzten Album sehr, 2-3 Songs in dieser Richtung hätten für mich auch dazu gepasst und das Album komplettiert. Vier Sterne für ein sehr interessantes, "innovatives" und sehr intimes Album. Für eine außergewöhnliche Stimme und tolle, sparsame Instrumentierungen. Einfühlsam und echt! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine eigene Hausmarke!,
Rezension bezieht sich auf: The Reminder (Audio CD)
Feist war mir vor dem Album "The Reminder" nicht bekannt. Ich bin wie so viele über den Song aus der Werbung gestolpert und verdutzt lauschend stehen geblieben. Was ich dann auf dem Album zu hören bekam, war sehr erstaunlich:Ein Stimme die stark an Kate Bush erinnert und Musik die aufgrund ihrer Einzigartigkeit keinen direkten Vergleich mit anderen Künstlern zulässt. Vielseitig, abwechslungsreich und weit weg vom Mainstream der Chartprodukte hat Sie einen eigenen Stil der sich frei und frisch abseits beengender Konventionen vorgestanzter Genren bewegt. Relativ mühelos vermischt sie unterschieldiche Einflüße (Jazz, Blues, Pop, ...) und Instrumente (Banjo, Saxophon, Orchester, ...) zu einem anspruchsvollen und doch eingängigen Sound der stets seinen Wurzeln im Folk treu bleibt. Sie klingt dabei nicht wie ..., sondern bewahrt sich eine völlig eigene individuelle Note. Feist steht für sich, was das größte Kompliment ist, dass man einer Künstlerin machen kann. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
20 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wunderschön und abwechslungsreich,
Von
Rezension bezieht sich auf: The Reminder (Audio CD)
Die 31-jährige Kanadierin Leslie Feist hat bei Broken Social Scene gesungen, mit Peaches zusammen gewohnt und musiziert und Gonzales auf Tour begleitet. Nun hat sie nach dem sehr gut aufgenommenen Erstlingswerk "Let it die" ihre zweite Platte "The Reminder" herausgebracht. Der Titel ist insofern unnötig, denn niemand muss daran erinnert werden, welche Ausnahmekünstlerin uns hier mit einem neuen Stück Musik beglückt.Die Platte beginnt mit "So Sorry", einem ruhigen, melancholischen Folk-Stück, das die brüchige aber nie weinerliche Stimme von Leslie Feist ideal zur Geltung bringt. Gefolgt vom ersten Hit "I Feel It All", dessen erste Takte bereits zum Grinsen und Fingerschnippen einladen. Mit diesen beiden Stücken ist gleich zu Beginn der breite emotionale und musikalischen Rahmen von "The Reminder" abgesteckt. In den folgenden knapp 45 Minuten kommt man in den Genuss einer vielseitigen, sorgfältig instrumentierten Platte, die zwischen klassisch anmutenden akustischen Folkstücken (The Park, The Water, Intuition, Limit to Your Love), beschwingtem Indiepop (My Moon My Man, Past in Present) und schräg-melodiösen Kleinodien (Sealion, 1234, Honey Honey) hin und her pendelt. Einer der Höhepunkte ist sicherlich das Stück "Sealion", wo sich ein alter Nina-Simone-Klassiker mittels A-capella-Chören und Handklatschen zu einem veritablen Funkrock-Jam (inklusive E-Gitarren-Solo) entwickelt. Die Vielseitigkeit und Ausgefeiltheit der Arrangements aus akustischen und elektrischen Gitarren, Banjo, Klavier, Vibraphon, Drums und gelegentlichen Bläsern die durch verschiedene Soundeffekte (Vogelgezwitscher bei "The Park", Dampflokgeräusche bei Honey Honey", Publikumsgespräche bei "Intuition") erweitert werden, erschliessen sich erst beim mehrmaligen Anhören. Spätestens dann jedoch merkt man, dass man es hier mit einer abwechslungsreichen Klasseplatte einer Ausnahmekünstlerin zu tun hat, die ihren ganz eigenen Weg geht! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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