14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einer der besten englischsprachigen Romane überhaupt!!, 22. Mai 2006
In den letzten Momenten des Filmes "Confessions of a Dangerous Mind" sinniert der frustrierte Erzähler über seine Idee für eine neue Gameshow: "I call it the Old-Men-Show. Three old men are sitting on a stage and talk about the dreams and ambitions they had when they were young and which of these they could realize. The one who doesn't blow his brain out wins. He gets the refrigerator."
Stevens, der Protagonist und Erzähler von "The Remains of the Day" hätte keine Chance, den Kühlschrank zu gewinnen. Während einer sechstätigen Reise zu einer wichtigen Person seiner Vergangenheit, berichtet uns Stevens über seine Tätigkeit als Butler auf dem Anwesen von Lord Darlington zwischen den Weltkriegen. Ausgiebig beschreibt er seine Vorstellung der "dignity" eines Butlers sowie den zahlreichen geheimen Treffen wichtiger Persönlichkeiten auf dem Anwesen. Doch den wichtigsten Teil seines Lebens, der gleichzeitig der Grund für seine Reise ist, nämlich seine nie realisierte Liebe mit der Hausdame Miss Kenton, erwähnt er nur indirekt, was daher die volle Aufmerksamkeit des Lesers erfordert.
Es ist mitreißend, faszinierend und genial wie Ishiguro sich den Ich-Erzähler selbst entlarven lässt und sein gesamtes Leben als unglücklich, leer und sinnlos dekonstruiert wird. So beschreibt Stevens den glücklichsten Tag seines Lebens, als er, trotz des Todes seines Vaters, der zu diesem Zeitpunk ebenfalls als Butler bei Lord Darlington angestellt war, seine Pflichten zur vollen Zufriedenheit aller anwesenden Gäste erfüllt hat. Er habe an diesem Tag das Ideal der "dignity" voll und ganz erfüllt, so Stevens.
Ebenso berichtet er, wie er auf Anordnung seines Arbeitgebers zwei jüdische Hausmädchen entlassen muss. Es kommt ihm nicht einmal der Gedanke, diese Entscheidung in Frage zu stellen, da dies wiederum seiner so hochgeschätzten "dignity" widersprechen würde. Die Empörung Miss Kentons wiegelt er daher mit einem Lächeln ab.
Und dann sind da die vielen kleinen Hinweise, die erahnen lassen, was Stevens wirklich für Miss Kenton fühlt, ohne dies jemals sich selber oder gar Miss Kenton einzugestehen. So nimmt er stoisch zur Kenntnis, als sie ihm eines Tages unter Tränen offenbart, dass sie einen Mann heiraten wird, den sie nicht liebt.
Als er sie nun 20 Jahre später wiedertrifft, wird sich Stevens schließlich bewusst, was von seinem Leben übrig bleiben wird: Nichts!
Fazit: Neben der genialen Charakterstudie, besticht der Roman vor allem durch sein einmaliges Sprachniveau. Ishiguro schreibt in einer Kunstsprache, so wie Thomas Mann sie in seinen Geschichten und Romanen benutzt hat. Jeder Satz ist perfekt konstruiert und die Grenze zwischen Prosa und Poesie ist oftmals fließend. "The Remains of the Day" ist einer der besten englischsprachigen Nachkriegsromane überhaupt!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Fascinating and superbly crafted, 27. Mai 2000
"The Remains of the Day" is a fascinating study of character, and to some extent of history as well. The novel spans the professional life of an English Butler named Stevens. It guides us from his heyday as a loyal servant at Darlington Hall to his twilight years as a curio for the estate's new American owner. Steven's is a man of impeccable loyalty and stubbornness. While these qualities ensure Stevens' professional survival, they also provide his life with tragic limitations.
In some parts of the book, Stevens' loyalty is admirable albeit misdirected. For example, Stevens is unable to acknowledge his father's infirmity until Lord Darlington brings it to his attention. He is also unable to shed his professional scales just long enough to have a meaningful interaction with the woman he loves. At the end of the book, Stevens returns to Darlington Hall from a short trip to the country and resolves to master the sort of "bantering" that his American employer requires. All of these factors make Steven's a humorous caricature, but Ishiguro did not write this book merely to make fun of English butlers.
The real issue lurking in the depths of this book centers on fascism and conformity. Stevens' master, Lord Darlington has ties to the British fascist leader Sir Oswald Mosley, and is later denounced and disgraced for that reason. Blind loyalty prevents Stevens from acknowledging the error of Lord Darlington's conviction, even after he fires all the Jewish members of his staff. Long after Lord Darlington's death, when his estate has been purchased by a wealthy American, Stevens still feels unquestioning loyalty to the master. It costs him his relationship with the woman he loves, and makes us rather pity his blindness.
Stevens is in fact the prototypical conformist. His endless loyalty comes not so much from conviction but from protocol and habit. It is adaptable and transferable to any form of authority be it a fascist aristocrat or an American business man. Much like the fascists of Western Europe, Stevens is still quite useful to have around even when the old order passes and the new one takes over. Obedient, passionless, and blind to the injustices around him--Steven's morality is an open standard that can be retrofitted for any authority.
After reading this book, I recommend that you check out Bernardo Bertolucci's film "Il Conformist". Bertolucci explores the same sort of mindset albeit from a different perspective.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gutes Schulbuch!, 18. April 2006
Als ich die ersten Seiten dieses Buches alleine zu Hause gelesen hatte, habe ich schnell die Lust verloren weil ich überhaupt keinen Zusammenhang sehen konnte und es in diesem Buch leider 0 Spannung gibt, was nicht heissen soll, dass es schlecht ist. Es handelt von einem Butler Stevens der in Darlington Hall lebt und dort seinem neuen Vorgesetzten Mr. Farraday dient. Über den früheren Besitzer des Anwesens erfahren wir erst näheres als Stevens von Mr. Farraday die Erlaubnis bekommt mit seiner Limousine zu verreisen. Stevens will seine damalige Arbeitskollegin Miss Kenton aufsuchen, da er einen Brief von ihr bekommen hat in dem sie schreibt, dass sie Probleme mit ihrem Ehemann habe. Leider merkt Stevens erst zu spät, dass er tiefere Gefühle für Miss Kenton hat, denn als ein guter Butler darf man seiner Meinung nach keine Gefühle zeigen und muss seiner Arbeit treu bleiben auch wenn eine nahe stehende Person stirbt.
Wenn man die ersten 50 Seiten überwunden hat und verstanden hat um was es geht ist es ein wirklich sehr interessantes Buch, dass sich auch sehr gut zum analysieren in der Oberstufe eignet.
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