Dieses Kompendium gibt kompakt, kompetent und konkret Auskunft über wesentliche Fragen, Fakten und Formen rund um Religionspädagogik.
Diese inzwischen siebente Auflage ist wesentlich überarbeitet, aber keineswegs überholt. Vor allem etliche theoretische Grundlagen und didaktische Konkretionen sind ergänzt worden - nicht immer in den Konturen des ursprünglichen "Adam-Lachmann"!
Die veränderte Zusammenstellung der Autorinnen und Autoren spiegelt den aktuellen religionspädagogischen mainstream wider, wobei mit Petra Freudenberger-Lötz, Elisabeth Naurath, Uta Pohl-Patalong und Andrea Schulte vier Frauen vertreten sind und insgesamt nur drei Personen vor 1950 geboren sind.
Sehr zu vermissen sind sämtliche Beiträge, die sich auch fachdidaktisch mit methodischen Aspekten beschäftigen - der Hinweis auf die beiden Bände des Methodischen Kompendiums gleicht dies in keiner Weise aus! Methodik ist mehr als nur die Frage nach dem Wie!
Vielen Beiträgen ist abzuspüren, dass hier Lieblingsthemen der Autorinnen und Autoren zur Sprache kommen und oftmals Fragen und Fakten des Sozialwissenschaftlichen und Psychologischen dominieren gegenüber einer theologisch verantworteten Anthropologie und Pädagogik.
Doch gerade deshalb vermisst man aktuelle Fragestellungen wie Inklusion, Veränderungen der Schulformen und -landschaft, Kontaktstunde, Homeschooling kontra Schulzwang, Schulseelsorge. Letztere wird zwar thematisiert, allerdings ausschließlich als beratende Form des Schullebens und ohne Bezugnahme auf aktuelle poimenische Positionen.
Da solche Themen unberücksichtigt bleiben, verwundert es umso mehr, dass die Ideologie des "Gender-mainstreaming" ein eigener, zwölfseitiger Artikel zugestanden wird. Bei einigen Beiträgen werden Einschätzungen und Einsichten anderer Veröffentlichungen übernommen und leider bei den Literaturangaben wesentliche Werke ausgeblendet. Für ein Kompendium hätte ich mir gerade in diesem Bereich mehr Sorgfalt gewünscht. So fehlt beispielsweise in dem Beitrag Lehrpläne/Kerncurricula die Dissertation von Matthias Hahn und der von Michael Wermke herausgegebene RPD-Band zu Lehrplänen.
Von diesen Defiziten abgesehen hält der über 400 Seiten starke Band das, was er verspricht: solide, sorgsame und sorgfältige Situationsbeschreibungen, Fachdiskussionen und Erläuterungen auf hohem Niveau und in aktueller Perspektive.
Ein Personen- und Stichwortverzeichnis runden ein rundum ansprechendes Buch ab!
Sehr empfehlenswert!