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Religion im Kino
 
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Religion im Kino [Taschenbuch]

Inge Kirsner , Michael Wermke
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, 2000 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 216 Seiten
  • Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht; Auflage: 2., Aufl. (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3525604041
  • ISBN-13: 978-3525604045
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 3.727.939 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung


Kultort Kino - wo wohnt die Religion?
Apokalypse und Auferstehung, Schuld und Erlösung, Gut und Böse: Was von der Religion seit Jahrtausenden in Geschichten und Dogmen verhandelt wird, ist seit 100 Jahren immer wieder Stoff für Filme. Ihr ursprünglicher Ereignisraum ist das Kino, das strukturell einem Kirchenraum gleicht. Für die religionspädagogischen Arbeitsfelder Schule und kirchliche Erwachsenenbildung zeigt das Buch auf, wie Kino und Kirche in einen lebendigen Dialog miteinander treten können.Die heutige Lebenswirklichkeit ist mehr und mehr medial bestimmt. Kinofilme nehmen darin einen bedeutenden Raum ein. Mit der dem Medium eigenen Unbeschwertheit greifen sie religiöse Versatzstücke auf und reihen diese ein in das Spektrum anderer existentieller Lebenserfahrungen.
Dieses Buch analysiert Kinofilme der letzten Jahre im Blick auf die darin erkennbaren Zugänge zur Lebenswirklichkeit heutiger Menschen. Die religiöse Sehnsucht nach einem neuen Himmel und einer neuen Erde wird vom Film als einer zweiten Schöpfung gespiegelt, die Träume und Alpträume abbildet und auf spielerische Weise sowohl Aporien als auch neue Lebensmöglichkeiten zeigt.
Der Analyse einzelner Filme unter bestimmten Themenkomplexen wie Liebe und Opfer, Identität und Fragment folgt die didaktische Konkretion: Unter Verwendung von alternativ einsetzbaren Bausteinen werden Möglichkeiten vorgestellt, mit Filmen in Schule und Erwachsenenbildung zu arbeiten.
Mit Beiträgen von
Anna Becker-Schmidt, Göttingen
Hans-Martin Gutmann, Paderborn
Inge Kirsner, Stuttgart
Andreas Mertin, Hagen/Bremen
Thomas vom Scheidt, Köln
Stephan Vasel, Hannover
Michael Wermke, Loccum
Stefan Wolf, Hannover.Dr. Inge Kirsner ist Theologin und promovierte über "Erlösung im Film". Sie war einige Zeit in der Erwachsenenbildung mit dem Schwerpunkt Filmarbeit tätig und ist zur Zeit Vikarin der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.Dr. Michael Wermke ist Dozent am Religionspädagogischen Institut Loccum.

Autorenportrait

Dr. Inge Kirsner ist Theologin und promovierte über "Erlösung im Film". Sie war einige Zeit in der Erwachsenenbildung mit dem Schwerpunkt Filmarbeit tätig und ist zur Zeit Vikarin der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Dr. Michael Wermke ist Dozent am Religionspädagogischen Institut Loccum.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Benedicta
Format:Taschenbuch
Inge Kirsner promovierte über "Erlösung im Film" (1996 als Buch erschienen). Michael Wermke arbeitet als Dozent am Religionspädagogischen Institut Loccum. Indem beide Herausgebenden ihr Spezialwissen zu einem Buch vereint haben, liegt ein gut lesbares und sehr praxistaugliches Arbeitsbuch zum Dialog zwischen Kirche und Kino vor. Es eignet sich sowohl für die Schule als auch für die Erwachsenenbildung. Die grundlegenden Aufsätze im ersten Hauptteil (11ff) und im Analyseteil (41ff) von Kirsner sind auch theologisch sehr anregend. Hier werden u.a. erörtert: das Kino als Kultort, ein neues Identitäts- und Wirklichkeitsverständnis, eine "nutzlose Theologie" (26ff), Opfer im Film, Cyborgs und Aliens. - "Didaktische Konkretionen" (89ff) widmen sich u.a. der "Truman Show", "Terminator 2", "Schindlers Liste", dem Thema von Beziehungsmustern im Film, dem Bösen im Film und den Starwars-Filmen in alter und neuer Verfilmung (je mit Kurzbeschreibung, Storyboard, alternativ nutzbaren Arbeitsvorschlägen und Arbeitsblättern). Dass Medienpädagogik nicht nur eine kritische, sondern auch eine konstruktive Dimension hat, wird in einer Anleitung zur "Videodrama"-Arbeit aufgenommen. In Anlehnung an G. M. Martins Bibliodrama-Arbeit wird ein Dreischritt von Körperarbeit, Imagination und Gespräch vorgeschlagen (199ff). - Ein Filmregister (S. 215f) erleichtert die Arbeit. Leider wurde auf ein Literaturverzeichnis verzichtet.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Detlef Rüsch #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Taschenbuch
In drei Teile gliedert sich dieses intensive Buch zur religionspädagogischen Auseinandersetzung mit Kinofilmen.
Im ersten Teil geht es um eine grundlegende Betrachtung der Bedeutung des Kinofilms in der heutigen Zeit und in Bezug die Religion.
Der zweite Teil befasst sich anhand einzelner Themenfelder mit typischen Inhalten und Wirkmechanismen des Films. Hier geht es um das Sterben eines Einzelnen für alle, um Apokalypse oder aber auch um die Bedeutung von Monstern, Maschinen und Identitäten.
Dieses erste Drittel des Buches ist anspruchsvoll, dicht und durchmischt von filmischer Inhaltsdarstellung, Interpretation und religiöser Auslegung. Zwei Aussagen aus diesem Teil des Buches machen besonders deutlich, warum Kino und Religion thematisiert werden müssen. Zum einen die Aussage eines Regisseurs, wonach die Gewalt des Helden die Enttäuschung seiner Liebe sei (S. 13) und zum anderen die Feststellung, dass weniger der inhaltliche Zugang bedeutsam sei, sondern wie die Themen eines Films in Szene gesetzt sind (S. 19).
Die letzten zwei Drittel des Buches mit der Überschrift „Didaktische Konkretionen“ werden wohl der Erwartungshaltung der Leserschaft vollends gerecht. Hier finden sich sauber aufgeschlüsselte Inhaltsangaben, filmische Szenenverläufe und vielfach sehr beindruckend recherchierte Informationen. Besonders aufschlussreich sind hier die kritischen Anmerkungen zu „Schindlers Liste“. Eine Gegenüberstellung von Filminhalt und historischer Fakten ernüchtert und zeigt, wie enorm wichtig eine kritisch-reflexive Auseinandersetzung mit dem Filmmedium ist.
Bilder wirken in dieser Zeit in besonderer Weise und da mag man aus religionspädagogischer Verantwortung heraus das bei Jugendlichen so beliebte Medium Film für schulische Zwecke zielgerichtet einsetzen.
Ein äußerst praktischer Bezug ergibt sich aus den detaillierten Ausführungen zum Videodrama in der Schule.
Ein Filmregister zum Ende des Buches mit Titel, Erstausstrahlungsjahr und –nation sowie Regisseur mit über 90 Titeln beeindruckt durch die Vielfalt. So mancher wird sich an eigene Kinobesuche erinnern und damalige Eindrücke mit den Interpretationen im Buch vergleichen.
Wer diesen medienkritischen Band liest, wird Filme anders betrachten und unweigerlich anders für den Unterricht einsetzen.
Leider fehlen berufsbiographische Angaben zu den fünf Mitautoren/-innen; ansonsten ist es dem Herausgeberduo gelungen, fachdidaktisch und religionspädagogisch in kenntnisreicher Weise das Augenmerk auf den Einfluss der Bilder und ihrer Botschaften zu richten.
Die Wege zwischen Kinositz und Schulbank sind nicht immer leicht zurückzulegen: Hier ist er vollzogen und man mag es sich in beiden Sitzgelegenheiten bequem machen.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Das Titelbild führt charmant und suggestiv ins zentrale Thema des Buches. Eine kultische Situation ist zu sehen. Ein großer Kinosaal breitet sich aus. Es ist ungefähr der Blick, den man hat, wenn man zu spät in einen Film kommt. Hinterköpfe, gut gefüllte Sitzreihen, gebannt nach vorn starrende Menschen. Eine Kirche kann es nicht sein, zu bequem sind die Sitze. Solche Kirchen gibt es, wenn überhaupt, nur in Amerika.

Von rechts oben strahlt das Licht in vier Grundfarben in den Saal. Diese Kolorierung verbunden mit einer leichten Unschärfe schafft eine irgendwie spirituelle Atmosphäre. Und darum geht es im Buch. „Religion im Film" wird hier als „Religion im Kino" verstanden. Einen Film zu sehen, heißt, sich in eine kultische Situation zu begeben. Die Filme im Buch sind auffallend häufig Kultfilme, die durch ihre begeisterte Rezeption ins kollektive Gedächtnis der Film-Gläubigen eingegangen sind.

Und diese Film-Gläubigen sind häufig unter jungen Theologen zu finden. Solche Theologen haben auch die Texte für das Buch verfasst. Und das ist das Besondere dieser Publikation. Die latente Konkurrenz zwischen Kino und Kirche wird ausgetragen und nicht wie sonst im Geheimen vorausgesetzt und für die Religionspädagogik ausgeschlachtet. Kino und Kirche haben einen Totalitätsanspruch, schreibt Inge Kirsner, nur im Bewusstsein dieser Differenz können beide ins Gespräch gebracht werden (13).

In einleitenden Abschnitt „Grundlagen" skizziert sie die strukturellen Ähnlichkeiten der beiden Kultformen. Von der „inneren Ekstasis" ist die Rede, in der Kinobesucher gerät, wenn das Licht ausgeht und eine Reise beginnt. Das Spiel von Mythos und Wirklichkeit, wie es die Religion des Films durchgespielt, wird reich orchestriert vorgeführt.

Überhaupt hat man den Eindruck, der erste religiöse Impulsgeber dieses Buches ist der Film. In einer Reihe von „Analysen" aus der Feder der Mitherausgeberin werden Themen angesprochen, die nur auf den zweiten Blick Kontakt mit dem christlichen Mythos halten. Es geht um Monster, Maschinen, Fremdheit, Opfer und Identität. Hier ist nicht die Agenda der christlichen Spiritualität Stichwortgeber, sondern die großen Themen der aktuellen populären Filme. Und das ist tatsächlich die Herausforderung, die die Theologie anzunehmen hat. Vielleicht identifizieren die protestantische Theologie und ihre Religionspädagogik die falschen Themen als „religiös".

Die Art und Weise, wie Inge Kirsner in einer Reihe von Schnelldurchläufen, die immer wieder listig christliche Topoi ins Gespräch ziehen, durch den religiösen Kosmos der Gegenwart surft, ist ein Beispiel für eine differenzbewusste, aber auch analogieverliebte Tour de Raison durch den religiösen Kosmos der Gegenwart.

Nun besteht das Problem, wie man diesen kultischen Ort „Kino" im schulischen Religionsunterricht repräsentieren kann. Das ist gar nicht so einfach. Denn in den Zeitabschnitten der Religionsstunden auf den Monitoren schulischer Mediotheken, kann man höchstens Inhaltsangaben der Filme zeigen. Ausschnitte von audiovisuellen Welten, die nur im Kinosaal zur inneren Ekstasis führen.

Dieses Problem ist unlösbar, aber die Autoren der „Didaktischen Konkretionen" beziehen sich listig auf solche Filme, von denen sie annehmen können, dass sie im Erfahrungshorizont der Schüler bereits eine „kultische Rezeption" erfahren haben. Die Star Wars - Tetralogie, der Terminator 2, populäre Liebesfilme.

Sehr unterschiedliche Entwürfe von Unterrichtsreihen machen gut die Hälfte des Buches aus. Die Filme werden auf meist auf bekannte theologische Texte bezogen. Der Religionsbegriff von Wilhelm Gräb - „Religion ist die Kultur der Symbolisierung letztinstanzlicher Sinnhorizonte alltagsweltlicher Lebensorientierung" (122) - wird immer wieder - explizit und implizit - als Freifahrtschein für religiöse Thematisierung von Filmen herangezogen.

Problem dieses weiten Religionsbegriffes ist es, dass er zwar zu einer sehr freien Auseinandersetzung mit religiösen Versatzstücken in der Gegenwartskultur motiviert, aber nicht zur Wahrnehmung von Differenzen anleitet. Alles ist plötzlich religiös: kulturelle Formen mit religiöser Funktion, diverse implizite Zitate christlicher Tradition, anthropologischer Grundthemen, die historisch gesehen religiös formuliert wurden usw. Bezeichnend ist der Irrtum der Herausgeber in ihren einleitenden Thesen zur Religionspädagogik. Angesichts der überall zu finden religiösen Zeichen in der Gegenwartskultur, argumentieren sie, könne man nicht von einem sogenannten „Traditionsabbruch" reden (8). Aber gerade das „anonyme" Auftauchen religiöser Motive ist doch das stärkste Indiz für das Abbrechen der Deutungshoheit der christlichen Religion - also ein Traditionsbruch.

Einige der didaktischen Konkretionen, die von den Herausgebern, wo es passte, in eine einheitliche Struktur gebracht wurden (Kurzbeschreibung des Films, Storyboard, Didaktische Einführung, Bausteine) brechen das Filmerlebnis krude auf Grundthemen des Religionsunterrichts herunter. So enden Thomas vom Scheidts Ausführungen zur „Truman Show" in passenden Zeichnungen vorneuzeitlicher Weltbilder und Zitaten zum Thema „Freiheit" aus religionspädagogischen Materialhilfen oder Stefan Wolfs Ausführungen zum „Terminator 2" u.a. in einer Auseinandersetzung mit dem fünften Gebot: „Du sollst nicht töten".

Andere, bessere Beiträge verhalten sich eher asketisch zum Filmerlebnis. Etwa wenn Andreas Mertin einen Film, der für ihn „kein Meisterwerk" (151) ist, gekonnt zur religionspädagogischen Auseinandersetzung um Gut und Böse aufbereitet. Oder wenn Michael Wermke „Schindlers Liste" mit beeindruckendem Hintergrundwissen für eine Unterrichtsreihe über die Darstellbarkeit des Holocaust heranzieht und dabei über die Erschließung narrativer Elemente des Films religiöses Faktenwissen vermittelt.

Wenige Beiträge halten das konzeptuelle Niveau des Bandes. Stephan Vasels Interpretation der Star Wars - Tetralogie ist leidenschaftlich und detailgenau. Und genau deshalb werden seine didaktischen Anregungen zur christlichen Theologie des Segens angesichts des Wunsches „Möge die Macht mit dir sein!" zu einer interessanten Fährte. Hier ist es wirklich eine offene Frage, was die christliche Segenspraxis vom Machtwunsch der Star Wars - Anhänger unterscheidet, während der Vergleich der messianischen Sendung Jesu Christi mit der des Terminators wirklich nur in einer Religionsstunde stattfinden kann.

Anna Becker-Schmidts Anleitungen, mit einer Lerngruppe einen Videofilm zu drehen, schließen den Band ab. Ihre Skizze zu einer Realisation der Geschichte vom leidenden Gottesknecht in einer studentischen Wohngemeinschaft, ist überraschend und wegweisend. Aber es ist auch unmittelbar evident, dass ein so umfassender Prozess, wie sie ihn schildert, nur in der Universitätsausbildung anwendbar ist, wo er auch entwickelt wurde und nicht, wie sie wähnt, auch in der Grundschule oder in der Konfirmandengruppe.

Mir scheint, dass ein Arbeiten mit dem kultischen Erleben von Kinofilmen auf didaktische Formen der Erwachsenenbildung beschränkt bleibt. Im schulischen Alltag kann das Primärerlebnis Film höchstens beschworen werden, und dann senkt es sich als Gewicht auf die Waagschale des Lehrers, dessen didaktische Intention nun einen kultischen Hintergrund hat. Aber auch wenn er audiovisuell ist: Der Film im Unterricht ist ein Text wie andere. Und das ist gut so.

Wer dieses Buch kauft, kauft also zwei Bücher. Eine Hommage auf die filmische Religion der Gegenwart, deren Kultort das Kino ist und eine Sammlung von Unterrichtsentwürfen, die anregend sind und nur deswegen eine gewisse Enttäuschung beim Rezensenten hervorriefen, weil das erste Buch mehr versprach.

Frank Hiddemann

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