Man verfolgt hier ein Wochenende aus zwei verschiedenen Sichtweisen. Einmal geht es hier um Chris, einen jungen Mann dessen Leben sich eigentlich nur um Party, Freunde und Drogen dreht. Nebenbei denkt er auch mal an seine Freundin, beteuert auch sie zu lieben, allerdings bleibt es meist auch nur dabei. Von einer Party geht's zur nächsten, die Freundin ist nur zum Telefonieren und zum Übernachten da. Andererseits muss man aber auch sagen, dass er, zumeist zugedröhnt, seine "Liebe" beweisen möchte, so z.B. setzt er sich in den Kopf, zwischen zwei Partys, noch eben Zahnpasta zu besorgen. Das Vorhaben endet dann aber doch eher erbärmlich.
Der zweite Teil von "Relax" wird dann aus der Sicht seiner Freundin geschildert. Eine sehr wechselhafte, naive 20jährige. Eigentlich weiss sie, dass Chris sie auszunutzen scheint, doch irgendwie lebt sie zu sehr in ihrer eigenen Welt, um dagegen was zu unternehmen. Das heisst soviel wie: Chris wird bemuttert, wenn er Hunger hat wird gekocht, wenn er keinen Sex will, wird eben selbst Hand angelegt usw. Sie will Chris heiraten und Kinder haben, also ist das wohl alles OK so. Wenn sie meint der Amazonas fliesst durch Afrika, dann fliesst er eben durch Afrika.
Irgendwie kommt dieses Buch aber nicht richtig in Tritt. Die Sprache ist zu minimalistisch, ich finde auch nicht authentisch, die Figuren bleiben oft farblos, man erkennt nur ansatzweise was sie eigentlich wollen. Gegen Ende aber wird die Abhängigkeit des Mädels ihrem Freund gegenüber schon deutlich, das finde ich sehr gut. Auch kann man bei der einen oder anderen Situation ins Schmunzeln geraten, ansonsten ist es aber eher ein Buch für zwischendurch und/oder für Fans von Alexa Hennig von Lange