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Reizmagen, Reizdarm, Reflux: Sprosspilz-Infektionen der Verdauungsorgane
 
 
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Reizmagen, Reizdarm, Reflux: Sprosspilz-Infektionen der Verdauungsorgane [Taschenbuch]

Gerd Bach
1.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 104 Seiten
  • Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (11. Mai 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3833479205
  • ISBN-13: 978-3833479205
  • Größe und/oder Gewicht: 18,9 x 24,6 x 0,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 1.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 875.554 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Format:Taschenbuch
Dr. Bach behauptet in seinem Buch, den Auslöser der Reizdarm-Probleme gefunden zu haben. Es seien die Pilze. Der Unterschied zu den bekannten und vor allem von Heilpraktikern beschwörten und von Ärzten belächelten Candida-Besiedlungen liegt darin, dass dort von einer Pilzüberbesiedlung im Darm gesprochen wird, wohingegen Dr Bach behauptet, dass Pilze bei Reizdarm- und Reizmagenpatienten auch in den ganzen Schleimhäuten von Speiseröhre bis Dickdarm zu finden sind. Er hat auf Grund der sehr speziellen Struktur der Schleimhaut viele Jahre gebraucht, die Schleimhaut so aufzubereiten, dass die Pilze unter dem Mikroskop sichtbar werden und diese Methode patentieren lassen. Dr. Bach arbeitet als Privatarzt in Karlsruhe, da er wegen seines Alters keine kassenärztliche Zulassung mehr hat.

Das Buch selbst ist einfach verständlich jedoch sehr schwierig zu lesen. Es hat nur 104 Seiten und ist dafür sehr total überteuert. Auf der linken Seite findet sich in grün Text der so halb zum normalen Text gehört, aber irgendwie auch nicht. Man kann das Buch deshalb kaum fließend wie ein normales Buch von oben nach unten lesen, sondern muss immer wieder nach links zu den eingeschobenen Halbsätzen fliegen. Viele Sätze wiederholen sich, dass es schon total nervt. Der Inhalt ist eigentlich schnell zusammengefasst: Patienten mit Reizmagen und Reizdarm haben eine Pilzbesiedlung in den Schleimhäuten meist von Speiseröhre bis Dickdarm. Die Gase der Pilze gehen in den Darm und führen zu den bekannten Reizdarmsymptomen und die Toxine gehen ins Blut. Da sich die Pilze nicht immer mit den Methoden der Schulmedizin aufbereiten lassen weil sie sich nicht immer erfolgreich auf Kulturplatten züchten lassen, hat man die Ursache des Reizdarmsyndroms angeblich so lange nicht erkannt. Nach Lesen des Buchs glaubt man als medizinischer Laie wie ich, dass Dr. Bach tatsächlich die Ursache gefunden hat und einem helfen kann. Also ab nach Karlsruhe!

Da Dr. Bach laut seiner Aussage nach der einzige ist, der die Pilzerkrankung mittels dieser patentierten Methode nachweisen kann, will ich hier in diesem Review neben dem Buch auch seine Behandlung und Praxis bewerten.

Ich bin extra 300 Kilometer nach Karlsruhe gefahren und hatte mich sehr auf meinen Termin gefreut weil ich mir damit die Lösung meiner Reizdarm-Probleme erhofft hatte. Dr. Bach ist meiner Erfahrung nach ein sehr netter Mann der sich Zeit für seine Patienten nimmt. Nach kurzer Schilderung meiner Probleme und Ausschluss von Fruktose- und Laktose-Intoleranz war Dr. Bach sicher, dass ich eine Pilzbesiedlung habe. Auch dass Dr. Bach den Unterschied zwischen Casein (Milchprotein) und Laktose (Milchzucker) nicht kannte, hat mich etwas irritiert. Ich war aber damals naiv genug zu glauben, dass seine Pilztherapie mir sicher helfen würde. Also wurde unter Narkose eine Magenspiegelung durchgeführt und mehrere Gewebeproben entnommen um diese dann auf Pilze zu untersuchen. Die Geräte machten einen sehr staubigen und recht ungepflegten Eindruck.

Eine knappe Woche später war ich zu meinem Nachtermin da und tadaaaa - mir wurde erklärt, dass ich eine Pilzbesiedlung habe und dies die Ursache all meiner Probleme ist. Ich habe die Therapie, die vorallem aus der monatelangen Gabe von Itraconazol (oder in manchen Fällen Fluconazol) in doppelter Normaldosierung bestand, absolviert ohne irgendeine Verbesserung oder Änderung meiner Symptome. Ich habe mich sehr an Dr. Bachs Ernährungsvorgaben gehalten. Wenn man Dr. Bach dann anruft, heißt es nur, dass man "nachkontrollieren" müsse, sprich bei ihm als Privatarzt die ganze teure Diagnostik wiederholen müsse, da er sonst kein anderes Pilzmittel verschreibt und - ach ja - nur er diese Diagnostik beherrscht. Monopol und daraus folgende Ausnutzung von Marktmacht nennt man das in der Wirtschaft.

Er bietet des Weiteren noch eine Behandlung mit weiteren Verfahren an, die angeblich das Immunsystem aktivieren - was jedoch meines Wissens nach bei keiner dieser Möglichkeiten (Eigenblutbehandlung, Meditation etc) erwiesen ist. Als Dr. Bach dann aber erfahren hat, dass ich nicht in seiner Nähe wohne, war es auch plötzlich recht egal ob ich diese Behandlungsmöglichkeiten erwäge. Zudem habe ich einen Monat nach der Diagnostik noch eine zusätzliche Rechnung über eine Untersuchung bei einer anderen Klinik bekommen, der ich nie zugestimmt hatte (Man könnte mir jetzt vorwerfen, dass ich sie ablehnen hätte können, jedoch wusste ich ja nichts davon).

Inzwischen weiß ich, dass meine Probleme durch eine Histaminintoleranz gekoppelt mit mehreren Lebensmittelallergien und Kreuzallergien ausgelöst werden. Bei einem Arzt in einer Uniklinik ließ ich mir Gewebeproben entnehmen und in die Pilzdiagnostik überweisen. Auch heute nach einem Monat ist noch nichts angewachsen. Ich vermute, dass das was Dr. Bach entdeckt hat, eine minimale Verpilzung mitten im Gewebe ist, die aber einen Normalbefund darstellt. Er kann diese Verpilzung laut Aussage der Sekretärin bei 98% aller Reizmagenpatienten finden - es gibt aber keine Information darüber, bei wie viel Prozent von Nicht-Reizdarmpatienten. Auch in seinem Buch geht er teilweise sehr ins Detail - aber bei der Behandlung der Pilzerkrankung heißt es nur ganz kurz, dass jeder seine eigenen Methoden hat und bei ihm 80% ganz heilen und 20% eine Verbesserung erfahren.

Über das Internet habe ich noch jemanden kennen gelernt, der auch die Pilzdiagnostik bei Dr. Bach gemacht hat und auch seine Dickdarmschleimhaut untersuchen ließ. Er bekam einen Einlauf, wodurch bekanntlich nur der Endteil des Dickdarms entleert wird, jedoch hat Dr. Bach es interessanterweise geschafft, auch Gewebeproben aus allen anderen Teilen des Dickdarms zu nehmen und zu mikroskopisch aufzubereiten. Ich will hier nichts unterstellen, aber das macht mich schon recht stutzig. Im Internet finden sich übrigens noch weitere (ausschließlich negative) Erfahrungsberichte. Schaut selbst.

Fazit: leider für mich rausgeschmissenes Geld - sowohl Buch als auch die teure Diagnostik und Behandlung. Falls ihr Reizdarmprobleme habt, gibt es viele Tests, die viele Ärzte nicht kennen. Neben den bekannten Tests auf Laktose- und Fruktose-Intoleranz gibt es noch die Histaminintoleranz, Kreuzallergien, eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms, Pankreas-Insuffizienz, Lebensmittelallergien und Lebensmittelunverträglichkeiten, Pseudoallergien, eine nahrungsmittelassoziierte Nickelallergie und viele mehr. Aber die Pilze sinds leider nicht.
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