Das Reiterabzeichen leicht gemacht - dafür und nur dafür sollte man sich dieses Buch kaufen. Es wird auf gut erlernbare Weise Wissen zum Thema Pferd vermittelt, so dass man eine grosse Sicherheit erwirbt und die theoretische Prüfung gut bestehen kann. Der praktische Teil wird gut durchgegangen, es wird erläutert, was die einzelenen Lektionen von Pferd und Reiter verlangen. Eventuelle Fehler, die sich einschleichen können, werden auch erklärt, so dass man sich einen umfassenden Überblick verschaffen kann, was der Richter sehen will und was nicht.
Für ambitionierte Freizeitreiter, die etwas mehr das Wesen Pferd kennenlernen wollen, ist dieses Buch jedoch nicht so gut geeignet. Ob es dem Pferd nicht schnurz ist, dass wir von rechts oder links anfangen zu striegeln? Macht es ihm wirklich was aus, wenn wir von rechts statt von links aufsteigen? Und was soll es nur dazu sagen, wenn bei "Ausritt oder Training" wir statt der geforderten "schwarzen Stiefel oder Lackstulpen" nur stinknormale Gummistiefel tragen?!?!?
Dieses Buch hat noch viel von der inzwischen zum Glück abgelegten Steifheit, die heute kein Reiter mehr nötig hat. Sporen werden als Werkzeug angesehen, die jeder nach der Anfängerphase benutzen sollte. Auch darüber sind wir glücklicherweise heutzutage hinweg.
Es wäre schön, wenn ein gleichermassen prüfungsrelevantes Buch auf den Markt kommen würde, was von einem etwas jüngeren Autor mit etwas jüngeren Ansichten geschrieben ist - Heinz Pollay, der Verfasser dieses Werkes, ist Goldmedalliengewinner in der Dressur 1936 (!).