Pressestimmen
"Unsentimental und lustig, vereinen sich in diesem Buch das Temperament eines Gonzo-Journalisten und das Können eines seriösen Reporters." (Publishers Weekly)
Kurzbeschreibung
Im Jahr 1952 machte Ernesto Guevara mit seinem Freund Alberto Granado eine Motorradreise, die durch sein Tagebuch und den Film The Motorcycle Diaries berühmt wurde. Nahezu ein halbes Jahrhundert später begibt sich der Journalist Patrick Symmes, mit einem ungleich besseren Motorrad ausgerüstet, bewaffnet mit nicht mehr als einem Notizbuch, einem Exemplar dieses Tagebuchs und ein paar Ersatzteilen auf die Suche nach den Spuren des jungen Che. Ein neues Abenteuer beginnt. In bester angelsächsischer Tradition führt uns der Reisebericht von Symmes spannend und unterhaltsam in Geschichte und Gegenwart Lateinamerikas ein. Die überwältigende Landschaft und die Gastfreundschaft der Bewohner machen die Reise zu einem einzigartigen Erlebnis.
Über den Autor
Patrick Symmes schreibt über politische Fragen Lateinamerikas, Globalisierung und Reisen in die "Dritte Welt" für verschiedene Magazine, u.a. Harper's (wo er Mitherausgeber ist), Outside, Wired und Conde Nast Traveler. Er lebt in New York City.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
"Für ein paar Stunden verlief die Hauptstraße nach Patagonien in Richtung Südwesten, folgte der Küstenlinie, wandte sich dann aus der tropischen Umarmung des Rio de la Plata ab und fraß sich schließlich in die Pampa hinein. Von jetzt an sollte Südamerika immer enger werden, eingeklemmt in das Korsett zweier Ozeane, die sich am Kap Horn wieder vereinigten. Je weiter man sich Richtung Süden bewegte, desto mehr schien diese Enge dem Land das Blut abzuschnüren und es in eine blasse und kalte Wildnis zu verwandeln. Am Ende des Tages fuhr ich auf der leeren Straße mit achtzig Meilen die Stunde mitten in die untergehende Sonne hinein und hoffte, ich würde noch vor Einbruch der Dunkelheit irgendwo einen Platz zum Schlafen finden. Es war Januarsommer auf der südlichen Halbkugel und ungefähr neun Uhr abends. Guevara und Granado kamen am 6. Januar 1952 im Ferienparadies Miramar an. Sie hatten für diese Strecke drei Tage gebraucht, ich hingegen nur acht Stunden, Hundebiss und Mittagessen inklusive. Das lag natürlich auch am mittlerweile ausgebauten Straßennetz, vor allem aber an unseren unterschiedlichen Motorrädern. Guevara und Granado unterhielten zu ihrer alten Gefährtin La Poderosa schon beinahe ein Liebesverhältnis, ich hingegen hatte mein Motorrad gebraucht - und auf Kreditkarte - nur zwei Wochen vor meiner Schiffspassage nach Buenos Aires gekauft. Ich wusste gerade einmal, wie man das Ding volltankt und einen Namen hatte ich ihm selbstverständlich auch nicht gegeben. Schließlich war ein Motorrad eine Maschine und kein Pferd oder Mensch und die BMW nichts weiter als eine Einheit aus Benzin, Elektronik und Physik ..."