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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Paul Auster hat begonnen, sich mit dem Sterben und dem Tod auseinanderzusetzen - was bleibt von (s)einem Werk ?,
Von Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen (HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 10 REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Reisen im Skriptorium (Gebundene Ausgabe)
Mit seinem neuen kleinen Werk hat Paul Auster wohl zunächst einmal ein Buch für sich selbst geschrieben. Vielleicht ist es auch der Versuch zu verarbeiten und zu verstehen, was mit seinem Schwiegervater geschehen ist - so verstehe ich jedenfalls die Widmung an Lloyd Hustvedt. Schon öfter ja hat Pauls Auster sich mit Geschehnissen in der eigenen Familie literarisch auseinandergesetzt.Jedenfalls begegnet uns in jenem Mr. Blank im neuen Buch ein Stück von Paul Auster wieder, seine Ängste vor dem Altwerden und der Demenz, und eine Menge Figuren, die wir aus seinen anderen Büchern kennen. Auster beschreibt einen Tag im Lebens dieses Mr. Blank. Er dämmert in einem von Mikrophonen und Kameras überwachten Raum vor sich hin und ergeht sich in Phantasien über den Zustand der Zimmertür. Ist sie verschlossen oder nicht ? Auf die Idee, es selbst zu probieren, kommt er nicht. Sämtliche Gegenstände sind mit Namensschildern versehen, damit er sie zuordnen kann. Mr. Blank wird im Laufe des Tages von verschiedenen Figuren aus Austers Werk heimgesucht. Da taucht Anna Blume aus "Im Land der letzten Dinge" auf, um ihn zu pflegen, gibt ihm nebenbei eine wohltuende Masturbation, denn sein "Freund" erigiert noch bis zu drei Mal am Tag. Sie erzählt ihm, er habe sie, Anna Blume, wie so viele andere, vor Jahren als seine "Beauftragte" in die Welt hinausgeschickt, an einen entsetzlichen Ort des Todes und der Zerstörung. Aber er brauche sich keine Sorgen zu machen, es sei nicht seine Schuld, er habe nur getan was er tun musste. Ähnlich äußern sich auch andere Figuren aus früheren Büchern Austers. Da erscheint als Anwalt Daniel Quinn, jener erfolglose Detektiv aus "Stadt aus Glas", den Auster schon in "Ghosts" und dem schon erwähnten "Im Land der letzten Dinge" auftreten ließ. Noch aus vielen anderen Büchern erkennt der erfahrene Auster-Leser zahlreiche Deja-Vus. Deshalb ist "Reisen im Skriptorium" kein für Auster-Anfänger geeignetes Buch. Doch für den schon vor Jahren in Austers Universum eingetretenen Leser ist es ein wie immer spannend konstruiertes Wiedersehen mit zahlreichen Romanfiguren. Paul Auster hat in diesem Roman Rückschau gehalten und man wird den Eindruck nicht los, daß er selbst dieser Mr. Blank ist, in einem von Auster vielleicht in der Verwandtschaft erlebten, dementen Zustand, in dem er seine Figuren kaum mehr wiedererkennt und diese ihm berichten, was aus ihnen geworden ist. Man könnte das neue Buch mit Fug und Recht als verstecktes Selbstporträt bezeichnen, in dem der Autor über das Nachleben seiner Figuren räsoniert und seinen eigenen Nachruhm feiert: "Unsere Geschichten werden, auch wenn wir selbst längst gestorben sind, immer weiter erzählt." Paul Auster ist in diesem Jahr 60 Jahre alt geworden. Ähnlich wie andere Kollegen von ihm hat er mit diesem Buch begonnen, über seine eigene Vergänglichkeit, das Sterben und den Tod zu schreiben und ventiliert im Subtext die Frage, was denn bleibt vom Werk eines Schriftstellers. Für geübte Auster - Leser ist das Buch ein großer Genuß, für Einsteiger allerdings eher ein Frust. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ein Blick über die Schulter des Lesers...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Reisen im Skriptorium (Gebundene Ausgabe)
Ein sehr langer Bahnhofsaufenthalt ließ mich damals zufällig auf die New York Trilogie stoßen. Seit dieser Zeit bin ich treuer Auster-Leser. Ich liebe seine verschachtelten Geschichten, seine Figuren, die sich immer wieder,auf der Suche nach etwas, selbst verlieren. Irgendwie fast immer das Gleiche und doch immer wieder Anders. Das macht ihn so besonders.Das neue Buch war also Pflicht. Leser, die noch nichts von Auster gelesen haben, werden oftmals im Halbdunkeln tappen. Figuren und Namen vergangener Romane Austers tauchen hier nacheinander auf und "verlangen" irgendwie erkannt zu werden. Für den Fan, wie mich eine helle Freude. Doch wie geht es dem Neueinsteiger? Zur Geschichte im Allgemeinen. Guter Anfang, sehr atmosphärisch. Das erste gefundene Manuskript langweilt dagegen ein wenig, wirkt fast als Streckmittel für die Seitenzahl. Das zweite Manuskript...ja, das hat es in sich. Und am Ende? Ich kam mir vor wie eine Spielfigur. Wurde ich auch die ganze Zeit beobachtet. Fazit: Beklemmendes Werk (fast wie ein Abschied Austers) mit verzeihlichen Längen. Lesen? Ja. Doch. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Etwas zwischen allen Stühlen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Reisen im Skriptorium (Gebundene Ausgabe)
Ich mag Auster und dieses Buch ist durchaus lesenswert. Aber es gibt zwei Probleme:Zum einen ist es kurz. Wer alle Amazon-Leserkommentare der deutschen Ausgabe durchliest, hätte in der Zeit fast schon das Buch durchlesen können. Aber gut, Auster schreibt öfter kurze Novellen. Das andere Problem ist das der Zielgruppe: Für Auster-Anfänger sind diese Reisen ins Scriptorium nicht geeignet, denn es lebt doch sehr von den vielen Anspielungen auf die anderen Auster-Bücher (Charaktere aus anderen Büchern kommen vor, Bestimmte Handlungen werden erklärt usw.). Wer diese Anspielungen nicht versteht, weil er die Vorlagen nicht kennt, dem entgeht eine Menge. Erfahrene Auster-Leser werden aber vermutlich doch etwas enttäuscht werden: Die Geschichte ist zwar anfangs interessant, aber die Auflösung doch etwas klar und bereits früh absehbar. Der Wendung am Ende fehlt somit der Überraschungsmoment. Und auch sonst wirkt es etwas unbefriedigend. Auch die "Geschichte in der Geschichte" fällt nach starkem Beginn schnell ab. Das hat Auster in anderen Büchern (z.B. Oracle Night) sehr viel besser hinbekommen. Damit aber fehlt die Zielgruppe ein wenig. Gut, man kann es schnell mal weglesen, aber interessant ist es nur von einer Warte aus: Wie interpretiert Auster die Arbeit eines Schriftstellers und Vergänglichkeit dessen Werke? Wer sich dafür interessiert, dem sei dieses Buch empfohlen. Und Auster-Komplettleser werden es ebenfalls lesen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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