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Reisen als Lebensform: Isabelle Eberhardt, Reinhold Messner und Bruce Chatwin
 
 
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Reisen als Lebensform: Isabelle Eberhardt, Reinhold Messner und Bruce Chatwin [Broschiert]

Sabine Boomers
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Broschiert: 360 Seiten
  • Verlag: Campus Verlag; Auflage: 1 (14. Juni 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3593374765
  • ISBN-13: 978-3593374765
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 14,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 622.425 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Reisen und Identität in der Moderne Während manche das Ende des Reisens im "globalen Dorf" diagnostizieren, ist zumindest die Reisesehnsucht - neben der Urlaubsroutine - in den westlichen Gesellschaften ungebrochen. Sabine Boomers beleuchtet die gegenwärtige Praxis des Reisens vor dem Hintergrund moderner Identitätssuche und beschreibt in Isabelle Eberhardt, Reinhold Messner und Bruce Chatwin drei verschiedene Typen des obsessiven Unterwegsseins. Diese Dauerreisenden erleben stellvertretend für das Publikum, was zu einem grundlegenden Begehren des modernen Menschen wurde: Sich im Reisen als anderer zu erfahren, das Selbst im Fremden zu entdecken und trotz der vermuteten Selbstfremdheit zu Ganzheit und Sinn zu finden.

Über den Autor

Sabine Boomers, Dr. phil., studierte Soziologie und Ethnologie an der FU Berlin, lebte mehrere Jahre in London und Cannes und unternahm zahlreiche Reisen weltweit. Derzeit arbeitet sie an einem Forschungsprojekt zu transkulturellen Communities am Institut für Ethnologie der FU Berlin.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Fern- und Heimweh, immerzu 30. Januar 2005
Von "roblon"
Endlich mal ein Buch, in dem die Reise- und Reisebeschreibungstrends unseres Jahrhunderts umfassend in den Blick genommen werden. Anhand populärer Protagonisten der Reise- und Reisebuchszene zeigt die Autorin, dass Modernisierungsprozesse nicht nur Chancen eröffnen, sondern subjektiv bedrängend als Orientierungslosigkeit und Entfremdung erlebt werden. Boomers beschreibt, inwieweit Reisende wie Isabelle Eberhardt, Bruce Chatwin oder auch Reinhold Messner kollektive Aufbruchs- und Ausbruchsphantasien produzieren und reproduzieren. Wer die soziologische Brille nicht scheut, wird hier Antworten auf die Frage finden, warum wir uns so oft unruhig, fehl am Platze und sehnsüchtig nach der Fremde fühlen. Hoher Lesegenuss!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Als moderne Nomaden reisen 30. Januar 2005
Von Ein Kunde
Fabelhaft, gleich im ersten Satz greift die Autorin die westlich-geläufige Klage auf, dass das Reisen an sein Ende gekommen sei. Dass dem nicht so ist und sich das Reisen in unserer mobilen Welt vielmehr als ein „Unterwegssein ohne Anfang und ohne Ende" abspielt, vermag Boomers soziologisch - und gleichwohl anschaulich - zu erörtern. Dazu geht sie zunächst von der Wechselwirkung zwischen touristischen Trends und populären Vorbildern im Bereich der Reiseliteratur aus. Kritisch greift sie dabei eine in der Reiseforschung immer noch kursierende Vorliebe auf, nämlich die elitäre Unterscheidung eines wahren und falschen Reisens. Diese dient aber weniger dazu, die Wirklichkeit zu beschreiben, als vielmehr den Anspruch eines privilegierten Reisens aufrechtzuerhalten - findet sich freilich aber auch in den Köpfen vieler Reisender wieder. Erfrischenderweise steht denn auch weniger die so genannte „Höhenkammliteratur" im Mittelpunkt ihrer Analyse, als vielmehr die breite Palette von Best- und Longsellern. Im ersten Teil ihrer Studie verdeutlicht Boomers, inwieweit wir im Zeitalter des globalen Kapitalismus in einer »Gesellschaft der Reisenden« leben, uns also dank der Werte: Mobilität! Veränderung! Flexibilität! auf einer quasi „unendlichen Fahrt" befinden. Hier wird aus einer gesamtgesellschaftlichen Perspektive die Problematik von Mobilitätslust und Mobilitätszwang mit ihren Auswirkungen auf zeitgenössische Identitätspraktiken, auf Arbeits- und Lebensverhältnisse sowie die aktuellen Tendenzen des Reisemarktes analysiert.
Der Schwerpunkt des Buches widmet sich allerdings Experten der Fernweh-Erzeugung: Isabelle Eberhardt, Bruce Chatwin und - überraschend, doch gänzlich überzeugend - Reinhold Messner. In dichter Form und mit leichter Hand beschreibt Boomers Texte und Leben dieser „notorisch Reisenden", ihre Lust und Qual an der selbstauferlegten Mobilität, ihre Erprobung, Inszenierung und Vermarktung alternativer Welt- und Selbstdeutungen und schließlich ihre Lösung, unsere typisch moderne Unbehaustheit zu einer Identität als Nomade zu wenden. Diese Metapher einer nomadischen Existenz, die derzeit in der Alltags- und Urlaubswelt, den Medien und den wissenschaftlichen Theorien Konjunktur hat, erschließt Boomers als einen doppeldeutigen Schlüsselbegriff. Wer an der Komplexität unseres Reisebegehrens interessiert ist, wird hier verblüffende Erkenntnisse in finden.
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