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Reisebericht eines T-Shirts: Ein Alltagsprodukt erklärt die Weltwirtschaft
 
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Reisebericht eines T-Shirts: Ein Alltagsprodukt erklärt die Weltwirtschaft [Audiobook, CD] [Audio CD]

Pietra Rivoli , Saskia Kästner , Christoph Bausum
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Technisat/Radioropa Hörbuch; Auflage: 1., Aufl. (21. Mai 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866678363
  • ISBN-13: 978-3866678361
  • Originaltitel: The Travels of a T-Shirt in the Global Economy
  • Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 13,4 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 375.580 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Pietra Rivoli
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Hätten Sie gedacht, dass die US-Zollbehörden mehr Geld durch die Einfuhr von Unterwäsche aus Kambodscha einnehmen als durch australischen Wein oder japanischen Stahl? Und dass der Betrag, den die amerikanische Regierung Jahr für Jahr ausgibt, um die einheimische Textilindustrie vor Importen zu schützen, größer ist als das Bruttoinlandsprodukt einiger der ärmsten baumwollproduzierenden Länder? Jeder erhaltene Textil-Job kostete den amerikanischen Steuerzahler im Jahr 2002 stolze 175.000 Dollar. Dagegen nehmen sich die Summen, mit denen deutsche Stahl- und Kohle-Arbeitsplätze subventioniert werden, geradezu wie ein Witz aus.

Wer dem freien Welthandel das Wort redet, erntet oft den Vorwurf, dadurch würde nur der „Wettlauf nach unten“ beschleunigt: Wann immer ein Produkt anderswo billiger hergestellt werden kann, wandern die Arbeitsplätze dorthin ab -- und die sozialen Standards sinken. Vor allem die berüchtigten „Sweatshops“, wo in der Hauptsache Frauen für niedrigste Löhne härteste Arbeit verrichten, sind vielen Globalisierungskritikern ein Dorn im Auge. Pietra Rivoli, Wirtschaftsprofessorin an der Georgetown University in Washington, D.C., beschloss, all diese Argumente zu überprüfen, indem sie den Produktionszyklus eines einzelnen T-Shirts verfolgte: Von der Baumwoll-Plantage bis in die Läden der Einzelhandelsketten (und sogar darüber hinaus: auch dem Altkleider-Export nach Afrika widmet sie ein interessantes Kapitel!). Die Reise führte die Autorin von Texas über Schanghai nach Daressalam und erbrachte einige verblüffende Ergebnisse.

Am wenigsten überrascht noch, dass die (im internationalen Vergleich „teuren“) Arbeitsplätze in der US-Textilproduktion mehr durch Automatisierung und technischen Fortschritt gefährdet sind als durch Konkurrenz aus anderen Ländern. „Selbst wenn die amerikanischen [ergänze: deutschen, schweizerischen...] Firmen völlig von der Konkurrenz geschützt würden, stünden die Unternehmen immer noch untereinander im Wettbewerb, und jede Firma, die lieber Jobs erhält als mit der fortschreitenden Automatisierung Schritt zu halten, wäre durch die höhere Produktivität der Konkurrenz im eigenen Land bald vom Markt verdrängt.“

Erstaunlicher ist schon, dass zwischen 1995 und 2002 allein die chinesische Textilbranche -- Hauptziel aller protektionistischen Abwehrbemühungen -- zehnmal soviele Jobs abbaute wie ihr amerikanischer Widerpart. Rivoli: „Die Textiljobs verschwinden nicht nach China. Die Textiljobs verschwinden. Punkt.“

Und geradezu gewagt erscheint zunächst die These, dass die vielen Sweatshops letztlich zur ökonomischen und sozialen Befreiung der Frau führten. Doch gegen die Tatsache, dass junge Chinesinnen -- wie soziologische Untersuchungen ergeben haben -- trotz allem lieber in der Fabrik als auf dem Land arbeiten, wo die Arbeit nicht nur genauso hart ist, sondern die Frauen auch noch mit patriarchalen Strukturen zu kämpfen haben (Stichwort: Zwangsverheiratung) – lässt sich kaum argumentieren. Der Versuch, den „Wettlauf nach unten“ zu verbieten, sei daher schlicht „unsinnig“, schreibt Rivoli: Denn was solle man einer Frau sagen, die vor allem deshalb in die Fabrik gehe, um dem von den Eltern festgelegten Lebensplan zu entfliehen? Lieber sollten die Globalisierungsgegner sich mit den sozialen und politischen Rahmenbedingungen beschäftigen (Bildung, freie Wahl des Arbeitsplatzes, sichere und gesunde Arbeitsplätze, etc.) und sich dafür einsetzen, dass der Standard des „Unten“ so menschenfreundlich wie möglich definiert wird.

Globaler Kapitalismus und Arbeiterrechtsbewegung, so Rivolis Fazit, seien keine Feinde, sondern Kollaborateure, „wenn auch unbeabsichtigt und ohne es zu wissen. Gemeinsam arbeiten sie daran, die conditio humana zu verbessern.“

Ein spannendes, lehrreiches und streitbares Buch, das jeder gelesen haben sollte, der nicht nur die Phrasen der Globalisierungs-Befürworter und –Gegner nachplappern, sondern sich ein eigenes Bild von den komplizierten weltwirtschaftlichen Zusammenhängen machen möchte. --Axel Henrici -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

"Ihr genauer Blick auf die Textilindustrie zeigt alle Anlagen eines Wirtschaftsklassikers." (New York Times)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
35 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Aufgrund meiner Arbeit in der Textilindustrie erweckte dieses Buch mein Interesse. Daß man die Zusammenhänge einer globalisierten Weltwirtschaft wie auch der Wirtschaftsgeschichte derart plastisch und konkret darstellen kann, hätte ich kaum geglaubt.

Teil 1 zeigt im Stil von Reportagen, wie strategische Wettbewerbsvorteile entstehen und dazu beitragen, auch in Hochlohnländern wie den USA erfolgreich Agrarprodukte anzubauen. Nebenbei lernt man, welchen „Nutzen" die Sklaverei für die Farmer der Südstaaten hatte und warum die Befreiung der Sklaven nach dem Bürgerkrieg den Betroffenen doch kaum was brachte. Weil man an liebgewonnenen Traditionen zu lange festhielt, verlagerte der Baumwollanbau sich nach Texas, obwohl dort nur minderwertigere Baumwolle angebaut werden kann als entlang eines schmalen Streifens der Atlantikküste.

Teil 2 wirft einen interessierten und vorurteilslosen Blick auf die nach westlichen Vorstellungen unmenschlichen Arbeitsbedingungen der chinesischen Arbeiterinnen in den dortigen Strickereien und Nähfabriken. Für vom Land wegziehende junge Chinesinnen ist die unmenschliche Fabrikarbeit ein Akt der Emanzipation. Die Autorin belegt mit Beispielen aus der Industrialisierung Europas und Amerikas, dass sich in China nur das wiederholt, was vor einigen Jahrhunderten den wirtschaftlichen Aufstieg des Westens einleitete. Demnach sollte die Entstehung höherwertiger und -qualifizierter Jobs in China auch eine mittelfristige Option sein - bleibt nur die Frage, wer dann unsere billigen Textilien herstellen soll.

Teil 3 geht auf den Lobbyismus der amerikanischen Textilindustrie ein. Hier hat das Buch für Ausländer einige Längen, zumal die Anzahl der erwähnten Lobbygruppen bald unüberschaubar komplex wird. Interessant ist die Erläuterung der unbeabsichtigten Effekte, die durch Quotenregelungen für Textilimporte und den Handel mit Lieferzertifikaten erzielt werden.

Teil 4 zeigt dann, was mit den abgetragenen T-Shirts der Wohlstandsgesellschaftsbürger passiert, wenn sie in der Altkleidersammlung landen. Es wird der Weg über Sortierstationen in den USA (ähnliche Einrichtungen gibt es auch in Europa zuhauf) bis auf die Gebraucht-T-Shirt-Märkte in Schwarzafrika beschrieben. Nicht nur die Tatsache, dass der Gebrauchtkleiderhandel das Erstarken eigener Industrien verhindert, sondern auch die Einkommensmöglichkeiten durch den Handel mit Altkleidern finden Erwähnung.

Das Buch würde sich gut für die Entwicklung von Workshops in denen man das Funktionieren der Weltwirtschaft erarbeiten kann, eignen. Der interessierte Leser erfährt nebenbei viel über Innovationsmanagement, Strategien, Geschichte und Politik. Und das alles anhand eines Alltagsproduktes, mit dem jeder schon mal in Berührung gekommen ist, weshalb man auch schnell Zugang zu den Gedanken der Autorin findet.

Pietra Rivoli gelingt es , eine objektive Betrachtung vorzulegen. Eine Empfehlung, ob man manche Entwicklungen zu Recht verdammen oder gutheißen soll, spricht sie nicht aus. Der Leser soll sich anhand der präsentierten Informationen selbst ein Urteil bilden.

Dem deutschen Übersetzer hätten profundere Kenntnisse in Textiltechnologien nicht geschadet. Manche Begriffe sind falsch übersetzt, aber das wird nur dem Fachmann auffallen und schmälert kaum das kurzweilige Lesevergnügen.

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Suhakami
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch ist kein Anti-Globalisierungsbuch. Pietra Rivoli ist auch keine Globalisierungsgegnerin, nicht einmal eine dezidierte Kritikerin des weltumspannenden Handels- und Wirtschaftsgeflechts. Sie ist Wirtschaftsprofessorin an der Georgetown University in Washington. Es geht ihr darum, ein Bild von den komplizierten weltwirtschaftlichen Zusammenhängen zu vermitteln. Zu diesem Zweck reiste sie die Produktionsstationen eines in den USA gekauften T-Shirts nach, vom Anbaugebiet der Baumwolle in Texas quer über den Globus nach Schanghai, wieder zurück in die USA und dann noch den zweiten Weg der Kleidung, den der eingesammelten Altkleider nach Daressalam in Tansania, wo sie auf einem Second-Hand-Markt begehrte Handelsware geworden sind. Die Autorin präsentiert Daten, Zahlen, viele Hintergrundinformationen, sie lässt Menschen sprechen; sie interviewt Ausgebeutete genauso wie Menschen, die sich mit dem weltumspannenden System der Billigproduktion von Textilien in irgendeiner Art arrangiert haben.

Das Buch ist keine Durchleuchtung des globalen, verwobenen und verfilzten Wirtschaftssystems: Rivoli zieht einzelne Fäden aus diesem Geflecht und verarbeitet sie zu einem Produkt: einem kontroversiellen Buch, das die Erwartungen, ein kritisches Werk der Antiglobalisierungsliteratur zu sein, nicht erfüllt. Einem Buch, das irritiert und das unbequem zu lesen ist, weil es, statt die vertraute Schwarz-Weiß-Färbung vieler Globalisierungsbücher fortzuschreiben, nicht nur Grautöne bietet, sondern auch Farbspritzer.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Frei Edi
Format:Gebundene Ausgabe
Zu viele Bücher über Globalisierung argumentieren moralisch oder theoretisch abgehoben. Davon hebt sich der «Reisebericht eines T-Shirts von Pietra Rivoli erfreulich ab. Als Wirtschaftsprofessorin kannte sie all die Theorien von der segensreichen Wirkung des Freihandels. Gleichzeitig war sie aber von der Wucht der Antiglobalisierungsbewegung überrascht, die in dieser Entwicklung wenig Gutes sieht.

Was gilt nun: Bedeutet Globalisierung Fortschritt oder Elend? Pietra Rivoli wollte es genau wissen. Sie hat all die Stätten besucht, die an der Produktion eines gewöhnlichen Billig-T-Shirts beteiligt sind. Sie nimmt die Leser mit auf eine Reise, die in texanischen Baumwollfeldern beginnt, in Chinas Textilfabriken ihre Fortsetzung findet und schliesslich wieder auf den US-Absatzmärkten endet.

Wir erfahren einiges über die von der T-Shirt-Produktion betroffenen Menschen: etwa über den US-Baumwollfarmer Nelson Remsch, über Jiang Lan, die in einer chinesischen Garnspinnerei arbeitet, oder über Auggie Tantillo, der als Lobbyist der US-Textilindustrie auf politischem Weg alle Register zieht, um chinesische Konkurrenz fernzuhalten.

Und wir lernen viel über die Vorgänger all dieser Leute. Die Autorin berichtet, wie die brutalen Verhältnisse, unter denen Menschen auf Baumwollfeldern oder in den Fabriken arbeiten mussten - und vielerorts heute noch müssen -, oft nicht auf kalte Marktkräfte, sondern vielmehr auf offene Diskriminierung und Eingriffe mächtiger Lobbys zurückgehen. Freie Arbeitsmärkte sind zuweilen nicht im Interesse mächtiger Produzenten. Die Sklavenarbeit und dann die Ausbeutung mexikanischer Einwanderer auf den Baumwollfeldern wurden in den kapitalistischen USA ebenso staatlich abgesichert wie die Diskriminierung ganzer Bevölkerungsgruppen in der Texilverarbeitung des kommunistischen China.

Globalisierung im Alltag erklären

Doch der Wirtschaftskennerin geht es nicht um eine Anklage: Eindrücklich zeigt sie anhand der Berichte heutiger Betroffener in «Ausbeuterbetrieben» auf, weshalb diese ihre Lage als sozialen Aufstieg verstehen. Historisch hätten solche Zustände zudem den Übergang zu grösserem Wohlstand gekennzeichnet. Durch solche Hintergrundinformationen ist dieses Buch über ein T-Shirt auch ein ausgezeichnetes Werk über die Wirtschaftsgeschichte der Baumwoll- und Textilindustrie weltweit, die wie wenige andere Branchen stellvertretend für die Entwicklung des Kapitalismus über die letzten Jahrhunderte steht.

Die Autorin Rivoli wollte anhand eines ganz gewöhnlichen Alltagsproduktes die Weltwirtschaft erklären, wie sie in der Einleitung ihres Buches schreibt. Diesen hohen Anspruch hat sie mehr als erfüllt.

Dieses Werk vermittelt weit mehr als nur wertvolles Wissen. Dank der lebendigen, am Erleben von Betroffenen orientierten Schreiben lässt sich nachvollziehen, warum die Menschen beim Thema Globalisierung und wirtschaftliche Entwicklung zu ganz unterschiedlichen Ansichten gelangen können.

(Markus Diem Meier, TA, Mai06)
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zum Einschlafen
Wer noch nie etwas von Weltwirtschaft gelesen hat, kann es lesen. Für alle anderen ist es nur einschläfernd, da es sehr langatmig geschrieben ist.
Vor 13 Monaten von Lunes veröffentlicht
Spannend wie ein Krimi, aber leider nicht mehr ganz aktuell
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Vor 15 Monaten von Robin veröffentlicht
Eines der besten Bücher zur Globalisierung
Pietra Rivoli folgt dem Weg eines T-Shirts vom Rohstoff bis zur Verwertung der letzten Fasern und es gelingt ihr dabei in erstaunlicher Doktrinfreiheit ein äußerst... Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Juergen Markert veröffentlicht
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Veröffentlicht am 15. Juli 2007 von Fuchs Werner Dr
spannendes Thema, aber langatmig
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Veröffentlicht am 11. April 2007 von J. Weber
Spannende Business-Lektüre
Der Untertitel verspricht durchaus nicht zu viel: Pietra Rivolis "Reisebericht eines T-Shirts" erklärt tatsächlich die Weltwirtschaft anhand eines Alltagsprodukts. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Oktober 2006 von Rolf Dobelli
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