Georg Forster war in jeder Beziehung ein vielseitiger Mann. Er war von jungen Jahren an nicht nur Weltumsegler, Schriftsteller, Aufklärer, Utopist und Revolutionär sondern dabei auch ständig auf der Suche nach den sozialen Grundelementen des Menschseins. Von Jugend an war er auf Reisen. 1765 nahm ihn sein Vater, der Naturforscher und Pastor Johann Reinhold Forster, als zehnjährigen mit nach Russland. 1772 erhielt der Vater von der britischen Admiralität das Angebot, Captain James Cook auf seiner zweiten Weltumseglung zu begleiten. Er machte es zur Bedingung, dass sein damals 17-jähriger Sohn Georg als Zeichner mitkommen durfte. So ging der blutjunge Georg mit seinem Vater an Bord der HMS Resolution. Die Reise führte zunächst in den Südatlantik, von dort durch den Indischen Ozean und die antarktischen Gewässer in den Südpazifik zu den exotischen Inseln Polynesiens und schließlich nach der Kap Hoorn Umseglung zurück nach England.
Drei Jahre von 1772 bis 1775 dauerte die Reise. Georg Forster hat während der Reise nicht nur die Tiere und Pflanzen die er entdeckte gezeichnet, sondern er hat auch neben dem sachlichen Reisebericht mit poetischem Elan und epischem Können von allem Gesehenen berichtet. Dabei hat er auch die soziale Wirklichkeit nicht aus den Augen verloren und ausführlich die Nöte dieses Reisens aufgeschrieben und auch die Qual, die man diesen Völkern, die man dabei entdeckte zufügte, was man ihnen in Wirklichkeit damit antut, wenn man sie entdeckt und schließlich erobert. Mit seiner vergleichenden Länder- und Völkerkunde mit seinen einfühlenden Beobachtungen war er den Völkerkundlern seiner Zeit weit voraus. Seine 1777 erschienene Reisebeschreibung "A Voyage round the world" machte den jungen Autor sofort berühmt. Dieses Werk, mit dem die Geschichte der modernen deutschen Reiseliteratur ihren Anfang nahm, übte u. a. starken Einfluss auf Alexander von Humboldt aus. Forsters "geschliffene Prosa" bewunderte selbst Goethe, der von dem Buch sagte:"Man mag, wenn man geendigt hat, gerne wieder von vorne anfangen". Der Dichter Martin Wieland pries es als das bemerkenswerteste Buch seiner Zeit.
Im Eichborn Verlag ist jetzt dieser wunderschöne Sonderband, mit allen Zeichnungen und Aquarellen, einem biographischen Essay von Klaus Harpprecht und einem Epilog von Frank Vorpahl, erschienen. Man kann sich gar nicht satt sehen an all diesen schönen Bildern und man reist förmlich mit James Cook, in Begleitung dieses universell gebildeten, unterrichtenden Beobachters Georg Forster, in Bild und Ton, auf dessen zweiter Weltreise mit. Man muss dankbar sein für dieses brillante Buch.