Der Auslöser war eine Wette, wie so oft unter Männern. Josef Girshovich hat mit seinen Kumpels gewettet, dass er es in zwanzig Tagen von Berlin nach Jerusalem schafft, und das ohne Geld.
Also den Rucksack gepackt und los. In Deutschland war es erst einmal nicht so problematisch, sich per Anhalter vorwärts zu bewegen und jemanden zu finden, der eine Übernachtung, eine Dusche und eine Mahlzeit spendiert.
In den sieben Ländern, die Deutschland von Jerusalem trennen, wird der Autor sehr unterschiedlich aufgenommen und behandelt. Auch die Auffassungen von Caritas, und wie diese ausgeführt wird, ist nicht überall gleich. Aber immer und an jedem Ort finden sich schließlich hilfsbereite Menschen. In manchen Gegenden allerdings darf der Autor nicht erwähnen, dass er Jude ist.
In die Reiseerzählung eingestreut sind immer wieder Hinweise auf die Geschichte der Gegenden und Orte, durch die der Autor zieht. Die heutige Situation wird in Beziehung gesetzt mit Homers Werken. Dazwischen tauchen immer wieder Erinnerungen an seinen Großvater auf.
Das ist interessant und ich fand die Beschreibungen spannend, aber mich hat der Schreibstil gestört, der nicht zum langsamen Reisen passt, er ist zu atemlos, zu verkürzt. Deshalb bin ich mit dem Buch nicht ganz warm geworden.