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Reise um die Welt in 80 Tagen: Roman [Taschenbuch]

Jules Verne , Manfred Kottmann
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (180 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Diese Serie ist das ideale Geschenk: Auch Mama und Papa ertappen sich plötzlich beim Wiederentdecken...« (Oberösterreichische Nachrichten) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Klappentext

»Diese Serie ist das ideale Geschenk: Auch Mama und Papa ertappen sich plötzlich beim Wiederentdecken...«
Oberösterreichische Nachrichten -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Jules Verne wurde am 8. Februar 1828 in Nantes, Frankreich, geboren. Er gilt als der Erfinder des Science-Fiction-Romans. Verne starb am 24. März 1905 in Amiens.

-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

1. Phileas Fogg und Passepartout lernen sich kennen
Im Jahre 1872 wurde das Haus Nr. 7 in der Saville Row von Phileas Fogg bewohnt, einem der sonderbarsten und bekanntesten Mitglieder des Londoner Reformklubs. Er war ein Mensch, der es als seine besondere Aufgabe zu betrachten schien,
nichts zu unternehmen, was die Aufmerksamkeit seiner Mitmenschen wachrufen konnte; er war eine rätselhafte Persönlichkeit, von der niemand mehr wusste, als dass er ein sehr ritterlicher Mann sei und zu den schönsten Kavalieren der vornehmen Gesellschaft von England gehörte.
Wenn Phileas Fogg auch vom Scheitel bis zur Sohle Engländer war, so konnte er doch nicht als echter Londoner bezeichnet werden. Weder an der Börse noch bei der Bank oder in einem der Kontore war er je gesehen worden. Weder die Londoner Häfen noch die Londoner Docks hatten je ein Schiff beherbergt, das von einem Reeder Phileas Fogg ausgerüstet worden war. In keinem Verwaltungsrat war dieser Herr vertreten. Sein Name war nie in einem Rechtsanwaltskollegium gehört worden, weder im Londoner Temple noch in Lincolns Inn oder in Grays Inn. Niemals führte er einen Prozess, auch an der Königlichen Bank hatte er nie zu tun gehabt. Er war weder ein Industrieller noch ein Geschäfts-oder Kaufmann, viel weniger ein Landwirt. Er gehörte weder dem Königlichen Institut von Großbritannien noch dem Institut von London, weder dem Künstlerverband noch dem Russell-Verband, weder der Literarischen Vereinigung des Westens noch dem Juristischen Reichsverband oder jener weit reichenden Körperschaft an, die alle Künste und schönen Wissenschaften unter ihren Schutz genommen hatte und sich des Patronats Ihrer huldreichen Majestät der Königin erfreuen konnte. Er gehörte auch keiner einzigen der zahllosen Gesellschaften an, deren Gründung hauptsächlich zu dem Zweck erfolgt war, alle schädlichen Insekten in der Hauptstadt Großbritanniens zu vertilgen.
Phileas Fogg war lediglich Mitglied des Reformklubs.
Sollte sich jemand darüber wundern, dass eine so geheimnisvolle Persönlichkeit wie Herr Phileas Fogg in dieser ehrsamen Körperschaft Aufnahme gefunden hat, so ließe sich demjenigen ohne weiteres die aufklärende Antwort geben, dass Herr Phileas Fogg durch die Herren Baring eingeführt worden war, bei deren Bank er ein Konto hatte; denn ein Herr, von dem bei den Gebrüdern Baring jeder Scheck nach Vorlage ausgezahlt wurde, musste wohl oder übel etwas wert sein.
War Phileas Fogg ein reicher Mann? Ganz unbestreitbar! Aber auf welche Weise er zu seinem Reichtum gelangt war, konnten sogar die am besten unterrichteten Leute nicht sagen; und Herr Fogg war der Letzte, dem es genehm gewesen wäre, darüber Auskunft zu geben. So viel stand fest, dass er kein Verschwender, aber auch kein Geizhals war. Denn wenn es galt, eine edle, nützliche oder anständige Sache zu unterstützen, gehörte er zu denen, die sich nicht lange nötigen ließen, und trug stillschweigend sein reichliches Scherflein bei.
Alles in allem genommen, ließ sich kaum ein zweiter Gentleman finden, der so wenig von sich reden machte und über sich redete wie Phileas Fogg. Trotz alledem lag über seinem Leben kein Schleier, sondern sein ganzes Tun und Lassen war so abgezirkelt, dass die schlimmste Fantasie sich vergeblich damit befasste.
Hatte er Reisen gemacht? Höchst wahrscheinlich; denn niemand besaß eine bessere Kenntnis von der Erdkarte als er. Es gab keinen Winkel, und war er noch so abgelegen, den er nicht genau zu kennen schien. Hin und wieder einmal, aber nur mit wenigen Worten, sprach er über die verschiedenen Meinungen, die im Klub über verschollene oder verirrte Reisende zirkulierten. Er sprach sich über die vorhandenen Wahrscheinlichkeiten nüchtern aus und seine Worte hatten sich häufig als Inspirationen erwiesen; denn die folgenden Ereignisse hatten sie gerechtfertigt und bestätigt. Phileas Fogg war ein Mann, der die ganze Welt bereist haben musste – wenigstens im Geiste.
Was nichtsdestoweniger für gewiss galt, war die Tatsache, dass Phileas Fogg seit Jahren nicht aus London hinausgekommen war. Wer die Ehre hatte, ihn näher zu kennen, der konnte bezeugen, dass ihn niemand irgendwo anders gesehen hatte als auf jenem geraden Wege, den er alle Tage ging, um sich von seiner Wohnung zum Klubhaus zu begeben. Sein einziger Zeitvertreib war Zeitunglesen und eine Partie Whist. Bei diesem schweigsamen Spiel, das für seine Natur so vorzüglich passte, gewann er häufig; aber was er gewann, das floss niemals in seine Tasche, sondern spielte in seinem Wohltätigkeitsbudget eine bedeutende Rolle. Übrigens muss hier noch bemerkt werden, dass Herr Fogg offenbar bloß spielte, um zu spielen, und nicht des Gewinnens halber. Für ihn war das Spiel ein Kampf, ein Ringen mit einer Schwierigkeit, aber ein Ringen ohne Bewegung, ohne Ortsveränderung, ohne Anstrengung, wie es seinem Charakter geradezu entsprach.
Von einer Frau oder von Kindern Phileas Foggs wusste niemand etwas, aber auch von Verwandten oder Freunden war nichts bekannt und so etwas kommt doch seltener vor. Phileas Fogg lebte mutterseelenallein in seinem Haus in der Saville Row – und keiner hatte dort Zutritt. Von seinem Hauswesen war nie die Rede. Ein einziger Lakai verrichtete den Dienst bei ihm. Im Klub nahm er sein Frühstück und sein Mittagessen ein, immer zur festgesetzten Zeit und immer in demselben Saal und an demselben Tisch. Er belästigte keines der zahlreichen Mitglieder, lud keinen Fremden ein und verfügte sich Tag für Tag genau auf die Minute nach seiner Villa, ohne auch nur einmal eins der komfortablen Zimmer für sich in Anspruch zu nehmen, die der Reformklub für seine Mitglieder eingerichtet hatte.
Zum Frühstück und Mittagessen versorgten die Küche, der Gemüsegarten, der Fischbehälter und die Molkerei des Klubs seinen Tisch mit ihren trefflichen Vorräten. Zu seiner Bedienung standen die Lakaien des Klubs zur Verfügung, die im schwarzen Frack und in Tuchschuhen mit Filzsohlen lautlos über das Parkett glitten; in einem besonderen Geschirr aus feinstem Porzellan und auf wunderbaren Decken aus Herrnhuter Leinwand wurde ihm serviert; aus den geschliffenen Kristallgläsern des Klubs trank er seinen Sherry oder Portwein, mit Zimt und anderen Gewürzen gemischt.
Wer unter solchen Bedingungen sein Leben führt, wird ohne Zweifel zum exzentrischen Sonderling; man muss dabei aber gelten lassen, dass auch exzentrische Art ihr Gutes hat.
Das Haus in der Saville Row zeichnete sich, ohne verschwenderisch ausgestattet zu sein, durch einen reichen Komfort in vorteilhaftester Weise aus. Da Herr Fogg in seinen Lebensgewohnheiten nicht die geringste Änderung litt, verlangte er auch von seinem einzigen Diener eine ganz außergewöhnliche Pünktlichkeit und Regelmäßigkeit. Gerade an dem Tag, an dem unsere Erzählung beginnt, am 2. Oktober, hatte Phileas Fogg seinem Diener James Foster den Abschied gegeben, weil sich dieser dadurch vergangen hatte, dass er das Rasierwasser für seinen Herrn statt auf sechsundachtzig Grad Fahrenheit nur auf vierundachtzig Grad erwärmt hatte; und nun wartete Phileas Fogg auf James Fosters Nachfolger, der sich zwischen elf und halb zwölf Uhr vorstellen sollte.
Phileas Fogg saß steif in seinem Lehnstuhl, die Beine dicht aneinander gepresst wie ein Soldat bei der Parade; die Hände ruhten auf den Knien; den Körper und den Kopf hielt er gerade ausgerichtet, und die Augen hingen an den Zeigern der äußerst komplizierten Standuhr, die die Stunden, die Minuten, die Sekunden, die Tage, die Vierteljahre und das Jahr anzeigte. Wenn es halb zwölf Uhr schlug, würde Herr Fogg, seiner täglichen Gewohnheit gemäß, den Fuß aus dem Haus setzen und sich in den Reformklub begeben.
In diesem Augenblick wurde an die Tür des kleinen Salons geklopft, in dem sich Phileas Fogg aufhielt.
James Foster, der verabschiedete Diener, zeigte sich auf der Schwelle. »Der neue Lakai«, meldete er.
Ein Mann in den Dreißigern wurde sichtbar und verbeugte sich... -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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