Iris Alanyanis Rückblick auf ihre Kindheit und Jugend ist hinreißend geschrieben, komisch, selbstironisch und voller Seitenhiebe auf die deutsche und türkische selbstgefällige Gesellschaft. Man merkt an ihrem flotten Stil, dass sie Journalistin ist. Sie schreibt als würde sie reden, kommt vom Hundertsten ins Tausendste, so dass man sich nie langweilt, obwohl sie keine spannende Story erzählt.
Was sie berichtet, ist jedoch auch ohne großen Handlungsfaden spannend genug. Als Kind einer deutsch-türkischen "Mischehe" ist sie in beiden Welten zuhause und sieht selbstkritisch auch Stärken und Schwächen beider Kulturen, ohne eine von ihnen zu idealisieren oder zu verteufeln. Interessant ist auch der Einblick in die türkische Gesellschaft, den man hier gewinnt - in die der westlich orientierten intellektuellen Oberschicht und in die der anatolischen "Alibabas". Auch in der Türkei gibt es mehrere Welten!
Unbedingt lesenswert! Alanyani hätte einen Preis für interkulturelle Kommunikation verdient!