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Reise ans Ende der Nacht
 
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Reise ans Ende der Nacht [Taschenbuch]

Louis-Ferdinand Céline , Hinrich Schmidt-Henkel
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (29 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die Reise ans Ende der Nacht von Louis-Ferdinand Céline gehört zweifelsfrei zu den ganz großen Büchern, die das 20. Jahrhundert hervorgebracht hat. Seine Rezeption im deutschsprachigen Raum wurde bisher von einer Übersetzung behindert, die nur als entstellend bezeichnet werden kann. Nach jahrzehntelangem Zögern hat der Rowohlt Verlag nun eine vollständige Neuausgabe vorgelegt, die es erstmals möglich macht, den Roman in seiner ganzen sprachlichen und thematischen Vielschichtigkeit wahrzunehmen.

Hinter dem Icherzähler Bardamu, einem Veteran des Ersten Weltkrieges, der sich als Fabrikarbeiter, Gigolo und Armenarzt durchschlägt, schimmert das Leben des Autors hindurch. Noch mehr jedoch steht er für das Schicksal ganzer Generationen, die sich zwischen den Kriegen grenzenloser Armut ausgesetzt sehen, denen die menschenverachtende Selbstsucht der Reichen nicht einmal das Brot zum Überleben gönnt. Dabei ist Bardamu alles andere als ein strahlender Held -- auch er kümmert sich in erster Linie um seinen Vorteil. Aber er ist sich dessen bewusst und platzt fast vor Verzweiflung darüber, doch nur selten hat er die Kraft und den Mut, diese Verzweiflung in die Welt hinauszuschreien.

Ganz anders der Autor Céline: Er verfügt nicht nur über die Kraft und den Mut, sondern auch über die sprachlichen Mittel. Zornig stößt er seine Leser in den Schmutz der Pariser Vorstädte, konfrontiert sie mit der völligen Ausweglosigkeit ihrer Bewohner, deren Leben einem Eingesperrtsein gleicht. Besonders wirksam wird diese gewaltige Tirade durch die stilistische Bandbreite des Romans -- Célines Sprache kann klassisch schön wie auch erschütternd vulgär sein.

Es ist völlig unmöglich, diesem Jahrhundertwerk in wenigen Worten gerecht zu werden. Nicht verschwiegen werden soll, dass Céline vor allem deswegen von vielen Lesern gemieden wurde und wird, weil er sich mit antisemitischen Hetzschriften ins gesellschaftliche Abseits geschrieben hat. Davon ist in Reise ans Ende der Nacht allerdings nichts zu spüren. Hinrich Schmidt-Henkels wortgewaltige Neuübersetzung ist eine einzige Herausforderung, dieses Buch endlich zu lesen und wiederzulesen. Hoffentlich ist ihr der Erfolg beschieden, den sie verdient hat! --Hannes Riffel -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Reise ans Ende der Nacht
OT Voyage au bout de la nuit OA 1932 DE 1933; 1958Form Roman Epoche Moderne
Mit seinem Roman Reise ans Ende der Nacht gelang Louis-Ferdinand Céline ein Meilenstein in der französischen Literatur der Moderne, mit dem er an die europäische Erzähltradition des Schelmenromans anknüpfte.
Inhalt: Unter Verarbeitung eigener biografischer Erfahrungen erzählt Reise ans Ende der Nacht die Erlebnisse von Ferdinand Bardamu, der hin- und herbewegt wird wie das Sturmgepäck eines Soldaten (frz.: barda) im Durchgang durch die unterschiedlichsten Situationen und Milieus und schließlich zu einer schonungslosen Sicht des Menschen in der Moderne gelangt.
Im Ersten Weltkrieg erleidet Bardamu die monströse Unmenschlichkeit und Sinnlosigkeit von Gewalt und den Sadismus der eigenen Befehlshaber im Schlamm der nordfranzösischen Schlachtfelder sowie im Kontakt mit dem Zynismus der Heimatfront. Um dem zu entgehen, engagiert er sich in Bikomimbo, einer Station im tiefen Busch von Kamerun, nur um dort die Unbarmherzigkeit und Verlogenheit des weißen Kolonialismus zu erleben. In der Folge verschlägt es ihn nach Amerika, wo seine Underdog-Perspektive den Glanz des kapitalistischen Amerikas an den Fließbändern der Ford-Werke und in der Ersatzwelt des neuen Mediums Kino als reine und herzlose Fassade enthüllt. Zurück in Frankreich folgt der Leser dem mittlerweile zum Armenarzt avancierten Bardamu durch das beklemmende, in seiner ganzen Erbärmlichkeit dargestellte Leben der Pariser Vorstädte, wo Misshandlung, Gewalt, Kindersterblichkeit, Prostitution und Abtreibung an der Tagesordnung sind. Im Kontakt mit dieser Realität erweist sich für Bardamu jeder theologische, philosophische oder ideologische Gegenentwurf als nicht tragfähig – seine Reise mündet nicht in ein optimistisches »Morgenrot«, sondern in das pessimistische, todesfahle Licht des »Morgengrauens« am Kanal St-Martin, nach dem Tod Robinsons, seines Alter Ego.
Aufbau: In der Reise ans Ende der Nacht gibt es keine Strukturierung in numerische oder durch Überschriften eingeleitete Kapitel. Trotzdem weist der Roman eine doppelte zyklische Struktur auf: Während in einem ersten Durchgang Bardamu die Weite der Welt reisend und erkennend durchmisst, führt ihn der zweite Durchgang im Laufe seiner Tätigkeit als Arzt in die Tiefe des sozialen, psychologischen und metaphysischen Elends menschlicher Existenz im Moloch Paris. Innerhalb dieser beiden großen Zyklen ordnen sich die Kapitel nach den in ihnen besuchten Orten zu Sequenzen zusammen. Die kunstvolle Doppelung in Erzähler- und Autor-Ich erlaubt es Céline, die Geschichte durch generalisierende Aphorismen und Kommentare zu spiegeln.
Wirkung: Von Anfang an polarisierte Célines Debütroman: Die politische Linke rühmte die Schonungslosigkeit in der Darstellung der sozialen Realitäten und der Kriegsschrecken, die Rechte fand Gefallen an der Radikalität seines Pessimismus. Durch die von Céline praktizierte Einbeziehung des Argot (des französischen Slang), seine permanente Vermischung der Stilebenen, das Durchbrechen des klassischen festen Satzbaus durch die berühmten drei Punkte stellt die Reise ans Ende der Nacht ein Novum in der französischen Literatur dar: Céline symbolisiert zukunftsweisend die Möglichkeiten des Romans, unmittelbar über Stil Emotion erfahrbar zu machen. Zu Recht wird er deshalb in einem Atemzug mit Marcel R Proust, James R Joyce, Franz R Kafka und Thomas R Mann genannt. T. S. G. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

Ein Übersetzungs-Meisterwerk. (Frankfurter Allgemeine Zeitung )

Kurzbeschreibung

Der erbarmungsloseste Roman des 20. Jahrhunderts Mit “Reise ans Ende der Nacht” begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Romans: Ein wilder Aufschrei gegen die Verkommenheit einer Welt, die alle ihre Rechnungen auf Kosten der Armen begleicht, einer Welt, in der Hass und Niedertracht regieren. Kein anderer Roman räumt so radikal mit dem schönen Schein des Bürgertums auf; vor Celine hat kein Autor eine so unversöhnlich wütende Sprache gefunden. “Ein Übersetzungs-Meisterwerk.” (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Über den Autor

Louis-Ferdinand Céline (eigtl. L.-F. Destouches) wurde 1894 in Courbevoie geboren. Nach Kriegsteilnahme und –invalidität studierte er Medizin und reiste ab 1925 im Auftrag des Völkerbundes durch Amerika, Europa und Afrika. Nachdem er sich im besetzten Frankreich durch antisemitische Pamphlete und Mitarbeit an der Kollaborationspresse hervorgetan hatte, floh er 1944 aus Frankreich, wo er in Abwesenheit zum Tode verurteilt wurde. Nach der Amnestie kehrte er 1952 nach Frankreich zurück und ließ sich als Armenarzt in Meudon nieder. Er starb am 1. Juni 1961.
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