"Reise ans Ende der Nacht" umschreibt das Leben des Medizinstudenten Ferdinand Bardamu, angefangen bei Schlachten im Ersten Weltkrieg über Buschgeschichten im tiefsten Afrika und einer Galeerenfahrt Richtung Amerika bis hin zur Rückkehr nach Frankreich als Armenarzt. Bardamu erlebt in seinen Reisen Lügen, Gemeinheiten und Korruption gegenüber den Armen, er repräsentiert diese realistisch-grotesk dargestellte Welt gegenüber dem Leser als ein ekliges, direktes und nicht-schöngeredetes Ergeben. Vom Fieber in Afrika geplagt schleppt er sich als Mitläufer der Sklaven einer Galeere in Richtung kapitalistisches Amerika, um dort jedoch auch nur die Dollar-Gier der Machtinhaber zu identifizieren. Er endet als Armenarzt in Frankreich und lernt dort die fäkale Welt rund um Paris kennen, die er unumwunden dem Leser hinbreitet. Immer begleitet wird er von seinem Freund Robinson, den er im Ersten Weltkrieg kennenlernte.
Céline beschreibt verschiedene Abschnitte in Bardamus Leben, die er als "Reisen ans Ende der Nacht" betitelt. Célines Stil ist ein Gemisch zwischen Hoch- und Kunstsprache und zwischen Argot und Jargon. An Célines Stil muss man sich erst einmal gewöhnen, vor allem hat dieses Buch, das 1932 herausgebracht wurde, großes Aufsehen erregt, vor allem aufgrund der Ausdrücke, die der "Fäkalsprache" entnommen wurden und zu dieser Zeit ungewöhnlich und nicht gebräuchlich waren. Céline hat somit ein Tabu gebrochen und einen neuen Stil erschaffen, der die alten Strömungen der bisherigen Literatur unterbrach und etwas Neues erschaffen ließ. Ich kann dieses Buch in dem Sinne nur weiter empfehlen. Wer einen mal etwas anderen Schreibstil entdecken möchte, sollte zu dieser Ausgabe greifen, denn dies ist ein pures Übersetzungs-Meisterwerk! Ein Nachwort des Übersetzers ist in dieser Ausgabe ebenfalls enthalten.
Dieser Text wurde von einer 18-jährigen verfasst.