Die 11jährige Jüdin Alice wird zusammen mit ihrem Opa nach Auschwitz gebracht. Die gesamte Geschichte des Buchs spielt sich im Güterwaggon ab, in dem sich Alice befindet - bis zu ihrer Ankunft im KZ. Alice ahnt nicht, was sie nach der Reise erwartet und träumt von einem neuen Leben voller Glück, in dem sie sich beweisen darf. Nach und nach entdeckt sie, angesichts der schauerlichen Umstände der Deportation, dass ihre Verwandten ihr die Wahrheit verheimlicht haben. Am Anfang ist sie noch ein Kind. Dann sieht sie Menschen sterben und Babys zur Welt kommen. Am Ende der Reise ist sie erwachsen geworden - und doch bleibt sie ein Kind...
Die Kinderbuchautorin Gudrun Pausewang widmet sich gerne kritischen Themen, allen voran der Kritik an Atomkraftwerken - und dem dritten Reich. "Reise im August" ist sehr kindgerecht geschrieben und ist daher, im Gegensatz zu beispielsweise "Der Junge im gestreiften Pyjama" von John Boyne, auch jüngeren Lesern zu empfehlen. Im Gegensatz zum Protagonisten des eben genannten Buchs ist Alice auch nicht so naiv und hat bemerkt, was in Nazideutschland vor sich geht, auch wenn sie vieles nicht versteht. Das Buch bringt die Atmosphäre in den Güterwaggons und die Gefühle der Juden perfekt rüber, der Schluss der Geschichte lässt einem einen Schauer über den Rücken laufen. Insgesamt sehr gutes Buch, auch wenn es viele andere zu diesem Thema gibt, die vielleicht noch besser sind. Aber es ist auf jeden Fall eines der kindgerechtesten, trotz schlimmen und ekligen Szenen.