Dieses Buch verdient fünf Punkte, wenn man nur die Arbeit des Autors betrachtet.
Ich habe einen Punkt abgezogen, weil das Werk einige Rechtschreibfehler und
Übersetzungsfehler enthält, die nicht hätten sein müssen. Ich würde Leuten, die
gut Englisch können, dazu raten, sich das Original zu besorgen. Nichtsdestotrotz
ist die Übersetzung natürlich auch lesbar.
Der Autor wirkt sehr seriös (fast auffallend stark) und sachlich, er gibt sogar
das Datum eines Briefes an, den er erhalten bzw. geschrieben hat, wann er wen
getroffen hat und was er grob in dem Interview gefragt hat, welche Informationen
er unabhängig vom Umfeld des Gesprächspartner recherchieren konnte (zum Teil
waren das Informationen, die der Gesprächspartner auf natürlichen Wege nur
schwer oder gar nicht erlangen konnte). Das Buch enthält 32 Fälle, die der Autor
aus 200 zugesandten Fällen ausgewählt hatte. Kriterium für die Auswahl waren
Zeugen, welche die Hauptperson als Kleinkind gekannt haben und selbst gehört und
gesehen haben, was das Kind gesagt und getan hat. Ein Drittel der Fälle wurden
dem Autor von drei Personen zugetragen. Sieben Fälle erfuhr der Autor von der
Hauptperson oder einem Elternteil. 12 Fälle sind Verwandtschaftsfälle. Bei fast
70% berichtete die Hauptperson von einem gewaltsamen Tod im vorherigen Leben.
5 der Kinder hatten Phobien, die Ereignissen aus dem vorherigen Leben
entsprachen 6 zeigten ungewöhnliches Spielverhalten 4 kinder hatte ein anderes
Geschlecht, als das im behaupteten früheren Leben
5 Kinder sagt ein Traum Reinkarnation voraus, bei einem Fall auditive
Kommunikation, 6 Kinder hatten unerwartete Kenntnisse und Fertigkeiten, 3 hatten
angeborene Anomlien aus Verletzungen im vorherigen Leben.
Nur ein Fall ist gelöst und unabhängig verifiziert, bei dem man Reinkarnation mit
einiger Sicherheit vermuten kann. Ich glaube, der Autor meint damit einen Fall
aus Deutschland, bei dem die Hauptperson Informationen an den Autor weitergab,
die er recherchierte und wo ihm mitgeteilt wurde, er könne diese
Informationen nicht nicht besitzen.
Der Autor zieht das Fazit: "Deshalb gelange ich zum Schluss, dass die
tatsächliche Häufigkeit von Fällen in Europa gering ist..."
Kommentar: könnte an der höheren Kindersterblichkeit und der Häufigkeit
gewaltsamen Todes liegen. Könnte auch an religiösen Vorstellungen und okkulten
Praktiken liegen. Reinkarnation scheint hauptsächlich eine zweite Chance für Leute zu sein, die eines
gewaltsamen Todes gestorben sind.
Eine andere Möglichkeit ist, dass eine Person von einer anderen Person, die
bereits verstorben ist, irgendwie in Besitz genommen wird, Christen würden es
Besessenheit nennen. Das würde auch die Fälle erklären, bei denen die Hauptperson
bereits im Mutterleib existierte bzw. schon geboren war, bevor die behauptete reinkarnierte Person
starb.
Wenn Reinkarnation immer auftritt mit seltsamen Erinnerungen, Wissen und
Verhalten, dürften die wenigsten Menschen schon mal gelebt haben.
Einige andere kritische Bemerkungen zu den Fällen im Buch:
Der Fall Glady Deacon:
"Ich erinnerte mich, dass ich in jenem Feld dort einen Hügel hinunter gerannt
bin, ... und ich habe mich sehr am Bein verletzt...Ihr Bein war schlimm
gebrochen. Sie ist davon nie wieder genesen, sondern zwei Monate später
gestorben."
"Als wir auf den Tee warteten, sah ich ein altes Gemälde, und zu meinem
Erstaunen entdeckte ich, dass dieses Bild mich selbst zeigte, wie ich damals
war, als ich jenen Hügel hinunter rannte."
Kommentar: Ich glaube nicht, dass jemand ein Gemälde einer Situation malen lässt
und in seiner Wohnung aufhängt, in der ein Mensch sich verletzt hat und anschließend
gestorben ist.
Fall Gedeon Haich: Jemand erinnert sich eines Lebens als Schwarzer in den
Tropen. Angeblich soll das Afrika sein. Bedauerlicherweise wurde die Person
damals von einem Tiger getötet, den es nur in Asien gibt.
Er kannte angeblich Bumerangs und ernährte sich von Mais. Bumerangs wurden
tatsächlich in beinahe allen Kontinenten gefunden, auch in Europa. Die Zeit
aber, in der in Europa und Afrika solche benutzt wurden, ist lange vorbei,
während Mais in diesen Kontinenten erst in der Neuzeit angebaut wurde. Die Leute
in Afrika, die Bumerangs verwendeten, haben keinen Mais gegessen.