Wenn man erfährt, dass es sich beim Autor nicht um einen Fachhistoriker, sondern um einen Journalisten handelt, neigt man zunächst einmal zur Skepsis, befürchtet man doch angesichts des NS-Themas Reißerisches la "Stern" oder Volkspädagogisches nach Art von Knopp. Deschners Biographie basiert jedoch nicht nur auf nochmals aufbereiteter Sekundärliteratur, sondern auch auf eigenen Archivstudien und vor allem auf selbst geführten Gesprächen mit Zeitzeugen (vor allem mit ehemaligen Mitarbeitern und Freunden Heydrichs, aber auch mit dessen Frau).
Erfreulich auch, dass es in Deschners Buch nicht an Quellenkritik mangelt, was ihn davor bewahrt, so manch liebgewordene Anekdote einfach deshalb noch einmal weiterzuerzählen, weil sie schon so oft erzählt worden ist.
Insgesamt: Eine sehr gut lesbare, solide gemachte Biographie, die nicht davor zurückschreckt, auch den faszinierenden Seiten der Persönlichkeit Heydrichs gerecht zu werden.