Tolles Buch. Muss man lesen. Ein Mann kämpft verbissen um Anerkennung. Der Mann heißt Reinfried Pohl, ist 80 Jahre alt und Chef der DVAG, einem Strukturvertrieb mit über 30.000 zum Teil nebenberuflichen Vermögensberatern.
Pohl wirft im Herbst seines Lebens alles in die Waagschale um sein Bild für die Nachwelt zu manifestieren. Und er wirft alles was er werfen kann vor allem Geld. Darunter begräbt er zum Beispiel einen Auftragsjournalisten namens Hugo Müller-Vogg. Der schreibt sich seitdem u.a. in BILD die Finger über Dr. h.c. Reinfried Pohl wund, oder lässt wie im vorgelegten Buch andere sich die Finger wund schreiben. Zeile für Zeile fügt sich so das Bild eines wahren Messias der Finanzbranche zusammen. Pohl der Patriarch, Pohl der Alleskönner, Pohl der Gutmensch aus Marburg, Pohl der Retter der kleinen Leute.
Schade, dass der Papst nicht auch einen Beitrag über Pohl geschrieben hat, dann hätte er gleich ein Datum für die Seligsprechung des Königs der Drücker nennen können.
Müller-Vogg lobt beispielsweise, dass man Pohl nie auf einem der zahlreichen Empfänge in der Finanzbranche gesehen habe. Er, Pohl, habe stattdessen lieber gearbeitet, resümiert Müller-Vogg. Auf die Idee, dass kein seriöses Unternehmen diesen Mann eingeladen haben könnte, kommt er nicht. Sei es drum. Dieses Buch ist die nahtlose Fortsetzung von Hugo Müller-Voggs erstem Buch über Pohl. Das hatte den sehr dezenten und bescheidenen Titel: Ich habe Finanzgeschichte geschrieben