Dieser Film vereint zwei große Namen des amerikanischen Films: Robert De Niro und Billy Christal - letzterer nicht nur als Darsteller, sondern auch als Co-Producer. Die Geschichte ist den beiden auf den Leib geschrieben:
Mafia-Boß Paul Vitti (De Niro) wird geplagt von Panikattacken und diversen psychosomatischen Störungen. Durch Zufall gerät er an den nur mäßig brillanten Psychiater Ben Sobel (Christal). Dieser wird gegen seinen Willen zum "Leibeigenen" des Mafiosi gemacht. Dadurch droht die geplanten Hochzeit des Psychiaters mit der unglaublich seichten ex-Wetterfee (Lisa Kudrow) zu platzen und es ergeben sich diverse Verwicklungen, die nicht weiter geschildert werden sollen, um die Überraschungen nicht vorweg zu nehmen.
Das Ganze lebt vom äußerst originellen Wortwitz der beiden Hauptakteure (wer es versteht, sollte die Original-Tonspur hören, obwohl die Synchronisierung auch sehr gut ist). De Niro mimt den soverän selbstbewußten Mafiaboß, der zwar ungebildet ist, aber mit seiner Bauernschläue und seiner direkten Art, Probleme anzugehen, der Welt des "Shrinks" diametral entgegensteht. Sobel ist der in den USA verbreitet Typ des Gesprächspsychologen, der seine "Patienten" endlos reden läßt und sich auf einige mitfühlende Kommentare beschränkt. Er ersetzt soziale Kontakte und zeigt Verständnis für jeden auch nur so geringen Sellenschmerz - es ist ja schließlich sein Einkommen. Zufrieden ist er nicht in seiner Rolle, zumal sein eigener Vater ein wesentlich erfolgreichere Psychiater ist. Vitti auf der anderen Seite ist ebenso unzufrieden mit seiner Welt. Der dauerhafte Streß der Gewalt und das ewige Kräftemessen mit seinen Rivalen hat ihn krank gemacht. Am Ende der Geschichte werden beide voneinander gelernt haben und ihr Leben entsprechend verändert haben. Das versöhnliche Ende ist zwar etwas sentimental, aber es tut der Qualität des Films keinen Abbruch.
"Reine Nervensache" ist ein Film, den man immer wieder sehen kann; ich habe schon erlebt, wie der Film den schlecht gelauntesten Zuschauer fesselt und gut gelaunt entläßt. "Großes" Kino ist es sicher nicht - das dürfte aber auch nicht der Anspruch gewesen sein.
Das Filmvergnügen wird abgerundet durch den "Gag Reel" - also Szenen vom Dreh, die daneben gegangen sind und in denen man sieht, wieviel Spaß die Darsteller neben der "harten" Arbeit auch haben. Das ist fast genauso lustig wie der Hauptfilm.
Die technische Qualität der DVD ist einwandfrei! Die DVD ist zweiseitig: Eine im Bildformat 4:3 und einen in 16:9.