Wolf Zenker, das Idealbild eines verkorksten Menschen, der für seine Arbeit lebt, aber nicht dazu bereit ist sich der neuen Zeit anzupassen. Gleichzeitig vernachlässigt er seine Frau und seinen Sohn. Die Frau hingegen lässt sich von ihrer resoluten Freundin einen Floh nach dem anderen ins Ohr setzen, gibt Geld aus, was nicht da ist und beginnt Scheidungspläne zu schmieden. Der Sohn, Karsten, schreibt Horoskope, ist von all dem tierisch genervt und schwul. Wolf Zenker ist Handelsvertreter für Damenbekleidung. Er klappert kleine Boutiquen ab und versucht Mode-für-die-Frau-ab-40-mit-Problemzonen zu verkaufen. Er macht das auch ganz gut, so gut, dass er sich ein neues Auto leisten kann. Mehr oder weniger. Und dann kommt ein neuer und junger Kollege ins Spiel, der blitzschnell zu seinem ärgsten Konkurrenten wird. Zenker weigert sich in seinem Verkaufsgebiet die neue und frische Marke Grazilia anzubieten. Sein Kollege, Steven, schnappt sich natürlich dessen Kunden und bringt Zenker damit in Bedrängnis. Zu allem Überfluss hat Wolf Zenker wegen zu schnellen Fahrens keinen Führerschein mehr. Als er seinen Sohn und dessen Freundinnen zum Flughafen fährt wird er erneut von der Polizei angehalten. Kurzerhand verbietet Zenker seinem Sohn die anstehende Reise und verdonnert ihn dazu als sein Fahrer zu fungieren. Karsten ist deswegen selbstverständlich sauer. Es kommt wie es kommen muss: Auf der ersten Tour umlaufen sich Wolf und Steven, dafür begegnen sich Steven und Karsten und vergucken sich ineinander. Während Karsten den Drahtseilakt zwischen seinem Vater und seinem Freund irgendwie meistert, gerät dieser immer tiefer in den selbstverschuldeten Schlamassel...
Großartig! Ich habe lange nicht mehr so über einen deutschen Film gelacht wie über diesen hier. Ich bin eher zufällig darauf gestoßen und konnte nicht mehr abschalten. Wunderbar! Das sind 90 sehr unterhaltsame Minuten, die das deutsche Spießbürgertum und die Moral einer schwindenden Generation aufs Korn nehmen. Die Schauspieler sind allesamt großartig besetzt. Die Musik zum Film ist genial, irgendwo zwischen bösartig und lustig, sehr eingängig! Besonders toll fand ich auch die Anfangs-Credits, die nicht eingeblendet sondern real gefilmt wurden.
Grandios!