"Endlich eine Produktion, die ganz auf wabernde Synthie-Sounds (wie lassen sich synthetische Klangerzeuger mit dem Geist von Reiki vereinbaren?)
und pseudo-esoterisches Getue verzichtet!
Das Konzept der "reiki-cyclen" ist so einfach wie schlüssig - und längst überfällig gewesen: 20 dreimiütige Sequenzen, die jeweils mit einem sanften Signal
enden - der Klang aneinander reibender Kieselsteine, die sich an der rauen Westküste Fuerteventuras der Kraft von Wind und Wellen fügen - geben den Positionswechsel an. Das ist besonders für Reiki-Anfänger eine willkommene Hilfestellung.
Das auf der "reiki-cyclen"-CD zu hörende Ergebnis ist verblüffend, bei aller Überschaubarkeit oder wohl gerade wegen seiner schlüssigen Konsequenz und Klarheit so wirkungsvoll: Jedes der Stücke - deren Länge zusammen mit einer Stunde Spielzeit für eine Reiki-Behandlung ausreicht - ist in sich abgeschlossen, bildet aber als eine Art Variation zu den anderen einen Teil eines großen, sich homogen zusammenfügenden Ganzen.
Hektik hat da kein Platz, fast automatisch stellt sich eine wohlige Ruhe ein, in der sich Probleme aufzulösen scheinen - oder zumindest vorübergehend kein Gewicht haben.
Um eine direkte, emotionale Wirkung zu erzielen, verwendet "reiki-cyclen" Sounds, die den Hörer nicht einengen oder in eine bestimmte Richtung drängen.
Zu Breiers konzeptionellen Vorgaben gehörte ganz offensichtlich die Maxime, sich mit der Produktion von dem Hintergrund vertrauter Hörgewohnheiten zu lösen - und damit dem Hörer Raum zu lassen, - sich fallen zu lassen, hinzugeben - dem Moment, dem Hier und Jetzt: Kein Denken, nur Sein! Kein Verstehen kalkulierbarer Zusammenhänge ist gefragt, kein Sezieren oder Analysieren - sondern sinnliche Wahrnehmung.
Im Mittelpunkt des Soundgefüges steht die Querflöte. Wie schlüssig - ein Blasinstrument als Symbol, als Idee und ausführendes Organ: der Ton erzeugende Atemstrom als Lebens-Energie spendende Kraft. Welches Instrument könnte hierfür besser stehen als die Querflöte mit ihrem luftigen, elementeverbindenden Klang?
Die Beschränkung des Tonmaterials auf nur eine Pentatonik - eine Tradition, die tief in fernöstlicher Kultur wurzelt - und der Verzicht eines Taktschemas erwiesen sich als plausibel - ebenso wie eine feine dynamische Abstimmung von weiteren sorgfältig gewählten Klangfarben. Als Orgelpunkt dient der von Stück zu Stück variierende obertonreiche Klang der indischen Tanpura (das indische "Prana" ist mit dem chinesischen "Qi" und dem japanischen ki" verwandt), dezent unterstützt vom australischen Didgeridoo.
Der Naturbezug, in dessen Kontext der Hörer sich gern organisch eingebettet sehen und fühlen darf, schließlich geht es bei Reiki - der Begriff stammt von den japanischen Worten rei" (Kosmos/Universum) und ki" (Lebensenergie) - um die heilende Kraft des Universums, wird etwa durch Vogelzwitschern verstärkt.
Den globalen Ethno-Aspekt", - den auch die Liner-Note von Reiki-Meisterin und -Lehrerin Hilke Eumann unterstreicht: Die Verbindung von Natur, Mensch und unterschiedlichen Kulturen ist ein zentrales Reiki-Thema. Genau diesen Geist spiegelt die Kombination der live eingespielten akustischen Instrumente und Klänge wider - greift schließlich das Cover-Foto auf: ein Still aus einer Video-Aufnahme, entstanden auf der griechischen Insel Santorini.
Die Schreibweise von reiki-cyclen" erinnert übrigens - wohl ganz bewusst - an recyclen" und verweist damit auf das Wiederherstellen/Erneuern von Lebensenergien.
Als Fazit bleibt nur, sich der auf dem CD-Cover wiedergegebenen Meinung der Reiki-Spezialistin anzuschließen: ",reiki-cyclen' ist eine stimmig schöne, empfehlenswerte CD für die Reiki-Behandlung."
Und zu ergänzen: nicht nur dafür! Geeignet ist die CD auch für andere Anwendungszwecke, etwa zum Snoezelen (im Therapiebereich) und Meditieren -- oder einfach Wohlfühlen.
Also: Ohren auf - und damit Geist und Bewusstsein - zum Tanken von Energie fürs Hier und Jetzt! Wie sagte schon Joachim Ernst Behrendt: "Nada Brahma - die Welt ist Klang!"
Und wie empfiehlt "reiki-cylen"-Künstler Gerhard Breier: "Nimm Dir Zeit - sie wird es Dir danken!"