Es ist der erste Film, in dem ich Adam Sandler ertragen kann und bei dem ich sogar behaupte: der Mann kann ja doch schauspielern!
Der Film ist nicht nur gut, er berührt einen auch. Man merkt von Minute zu Minute, dass der Regisseur sich bewusst Zeit gelassen hat, die Charaktere einzuführen und das der Zuschauer auch wirklich einen Einblick in ihr Leben, insbesondere eben das Leben von Sandlers Rolle, bekommt. Das mag Einigen zu langweilig sein, mir hat aber gerade diese Ruhe des Filmes sehr gut gefallen. Bei so einem Film sind hektische Kameraschnitte und oberflächliches Handeln nicht gefragt. Traurig ist schon die erste Begegnung zwischen den beiden alten Studienfreunden und man kann nur ansatzweise erahnen, was Charlie (Sandler) alles durchmacht. Alan (Don Cheadle) gibt sich alle Mühe, das Freundschaftsverhältnis wieder aufzubauen, scheitert aber, als er versucht, Charlie näher zu kommen. Charlie will nur jemanden zur Unterhaltung, sprich für Filmnächte, Videospiele und Konzerte als Freund haben. Er möchte aber nicht über seine Gefühle oder gar über das grausame Schicksal, seine Familie beim Flugzeugunglück des 11. Septembers verloren zu haben, reden. Sobald Alan das Gesprächsthema in diese Richtung lenkt, ist Charlie davon überzeugt, dass Alan kein wahrer Freund ist, sondern von denen geschickt wurde. Aber nicht nur von Charlie bekommen wir etwas mit, obwohl er die tragende Hauptfigur in dem Film ist. Auch Alan hat seine Last zu tragen. Man merkt deutlich, wie ihm richtige Freunde fehlen, mit denen er mal was unternehmen kann, anstatt immer den aufopfernden Ehemann zu spielen, der sich um seine anspruchsvolle Frau (Jada Pinkett-Smith) und dann noch um seinen nervenaufreibenden Job als Zahnarzt kümmern muss. Auch in seinem Job hat er es nicht leicht, denn er ist der Typ, der zu schnell nachgibt. Als Charlie in Alans Leben tritt, ändert sich das etwas, und gar nicht mal zum schlechten.
Es ist meiner Meinung nach der erste Film, der sich mit den Folgen des Flugzeugsunglücks des 11. Septembers auseinandersetzt und dies mit Bravour meistert, denn der 11. September steht nicht im Mittelpunkt der Geschichte, er wird nur als ausschlaggebendes Ereignis erwähnt und das reicht völlig, um in diesen Film einzutauchen. Hier wird eben nicht das Flugzeugunglück selbst gezeigt, sondern man wird mit einem Mann konfrontiert, der damit zu kämpfen hat, dass seine Famile eben nicht mehr da ist.
Mir hat der Film sehr gut gefallen, ich würde sogar sagen, dass er für mich einer der besten Filme des Jahres (bislang) ist. Sandler hat mich in seiner Rolle so sehr mitgerissen, wie ich es nie vermutet hätte. Schade, dass er nicht von seinen sonstigem Slapstick ganz zurück treten kann und sich mehr auf so ernste Rollen wie in dieser Filmperle konzentrieren kann, denn das kann er wirklich.