Kurzbeschreibung
Es gibt eine Küche, die einfach ist und doch reich - an Aromen und Ideen; die traditionell ist und doch zukunftsweisend; die herrlich schmeckt und wenig kostet - außer Zeit und Sorgfalt bei der Zubereitung und Muße beim Genießen. Was die Italiener cucina povera nennen, ist aber beileibe keine Armeleuteküche, sondern eine Küche der reduzierten Form, der bescheidenen Mittel, der preiswerten altbewährten Zutaten. Die einfache Küche ist Labsal für Seele und Magen, denn im Gegensatz zu Hummer und Filet bekommt man Bratkartoffeln oder Pfannkuchen nicht so bald über. Doch während kaum ein Italiener daran zweifelt, daß die Küche seiner Mamma die beste ist, und man in Frankreich stolz ist auf die überlieferten Gerichte der Schafhirten, Bauern und Arbeiter, fällt es im Land der Dichter und Denker immer noch schwer, sich ohne schlechtes noch schwer, sich ohne schlechtes Gewissen der Lust, auch und gerade am Einfachsten, hinzugeben.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Autorenporträt
Eva Gesine Baur hat Germanistik, Kunstgeschichte, Musikwissenschaften und Psychologie studiert. Sie lebt als freie Autorin in München, schreibt Bücher zu psychologischen, kunsthistorischen und kulinarischen Themen und verfasst Beiträge für Zeitschriften und fürs Fernsehen.