Kurzbeschreibung
Die Steine des Reichstags erzählen Geschichten. Auf ihnen sind Spuren jener Graffiti zu finden, die 1945 von siegreichen russischen Soldaten geschrieben wurden. 30 Jahre lang waren sie verborgen und erst 1995, als die Umbauarbeiten am Reichstagsgebäude begannen, wurden sie von Norman Foster und seinen Mitarbeitern wiederentdeckt. Sie wurden freigelegt und als ein wesentlicher Teil von Fosters Konzept eines lebendigen Museums deutscher Geschichte konserviert. Deborah Lipstadt beleuchtet ausführlich das Für und Wider in der Diskussion um die Bewahrung der Graffiti. Ist ihr Erhalt ein zu offensiver Umgang mit der Geschichte oder ist die Entscheidung für ihre Konservierung doch ein mutiger Entschluss, die schwierige Vergangenheit nicht zu vergessen? Was bedeuten die kyrillischen Inschriften den Deutschen heute und was sagt die Entscheidung für ihre Erhaltung über das heutige Deutschland aus? Frederick Baker nennt sie ein Denkmal für das Individuum und beschreibt in seinem Beitrag den Ka mpf um Berlin 1945 ? gesehen durch die Augen von siegreichen Rotarmisten, als diese endlich ihr Ziel erreichten, so wie jener Soldat, der als erster die rote Fahne auf dem Reichstag hisste. Gerade in Zeiten, in denen der Fortbestand der Graffiti wieder gefährdet scheint, bietet dieser großzügig illustri erte Band eine wichtige Quelle und macht die kyrillischen Inschriften erstmalig einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und verständlich
Synopsis
In the Reichstag, the walls speak. They are covered with Russian graffiti, written by victorious Soviet soldiers in 1945. Hidden for 30 years, the graffiti was rediscovered by Norman Foster and his team when they began work on the building in 1995 and preserved as part of Foster's concept of the Reichstag as a "living museum" of German history. Published at a time when the graffiti is threatened with eradication, this book offers an important visual and literary record. Deborah Lipstadt considers the arguments for and against the preservation of the graffiti: is the preservation, as some charge, "morally offensive" and "masochistic" or does it indicate a brave determination not to forget the tragedies of the past? And what does it mean and say about Germany today? Frederick Baker considers the graffiti as a monument to the individual, offering an historic account of the Battle of Berlin through the eyes of Red Army soldiers. This volume allows the inscriptions to be made accessible to a wider public for the first time.