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Warum die Reichen reicher werden und Ihr Nachbar so aussieht wie Sie: Neue Erkenntnisse aus der Sozialphysik
 
 
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Warum die Reichen reicher werden und Ihr Nachbar so aussieht wie Sie: Neue Erkenntnisse aus der Sozialphysik [Gebundene Ausgabe]

Mark Buchanan , Birgit Schöbitz
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Pressestimmen

28.01.2008 / Wirtschaftswoche: Einfache Muster "Kenntnisreich, aktuell und interessant."

27.02.2008 / Frankfurter Allgemeine Zeitung: Mensch und Atom "Herzerfrischend ... Buchanans Sozialphysik ist eine Art moderne empirische Verhaltensforschung".

03.03.2008 / Neues Deutschland: Die Magie des Kollektivs "Ein ebenso provokantes wie anregendes Buch."

21.01.2009 / Frankfurter Rundschau: Physik des Reichtums "Eines der originellsten und aufschlussreichsten Bücher der letzten Zeit."

Kurzbeschreibung

Wir verstehen die Verhaltensweisen von Gruppen nicht, wenn wir die Entscheidungen der daran beteiligten Menschen isoliert betrachten. Doch eine neue Disziplin entdeckt die physikalischen Gesetze des menschlichen Zusammenlebens: die Sozialphysik. Sie zeigt unter anderem, dass Einzelentscheidungen sich summieren und zu Massenphänomenen werden können. Entwicklungen in größerem Maßstab folgen quasi naturgesetzlichen Mustern. Auch in Ihrer Umgebung.Wir können als Individuen überzeugt davon sein, dass ethnisch gemischte Wohnviertel erstrebenswert sind. Doch schon der Wunsch nach einer minimalen Präsenz von Nachbarn der eigenen Gruppe führt in kurzer Zeit zum fast vollständigen Verlust der Vielfalt. Und deshalb sieht Ihr Nachbar aus wie Sie!


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Kundenrezensionen

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Atomphysik statt Soziologie 1. September 2010
Von Dirk Engel TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Menschliches Verhalten kann man auf einer Makro- und auf einer Mikroebene untersuchen. Die Bücher, die Konsumentenverhalten auf einer Mikroebene beschreiben, haben derzeit Hochkonjunktur: Neuromarketingforscher beschäftigen sich nicht nur mit dem Individuum, sondern gehen sogar noch tiefer: Sie schauen sich einzelne Gehirnareale an und wie diese durchblutet werden. Ihre Bücher und Vorträge stoßen derzeit auf ein hohes Interesse beim Marketing-Publikum - die Möglichkeit, dem Verbraucher ins Hirn zu schauen, scheint zu verlockend zu sein. Die Gegenposition ist die Makro-Perspektive: Verhalten wird aggregiert untersucht und drück sich in großen Zahlen aus.

Das ist das Vorgehen der quantitativ ausgerichteten Soziologie und vor allem der Ökonomie. Die Volkswirtschaftslehre modelliert Märkte mit Hilfe von ökonometrischen Methoden, einige Forscher wenden dieses Instrumentarium auch auf alltäglichen Verhalten aus. Auch diese Forschungsrichtung produziert gelegentlich Bestseller (wie das hervorragende Buch Freakonomics"), doch in Deutschland faszinieren im Augenblick eher die Bücher aus der Mikroperspektive. Trotzdem findet man auch in deutscher Übersetzung mittlerweile lesenswerte Bücher der Makro-Fraktion, wie Mark Buchanan The Social Atom".
Leider hat der Verlag bei der deutschen Version lieber den Klappentext in den Titel gepackt, als den Originaltitel zu übersetzen - deswegen heißt es nicht Das soziale Atom", sondern weniger elegant: Warum die Reichen reicher werden und Ihr Nachbar so aussieht wie Sie". Ein Titel, den man sich schon aufschreiben muss, wenn man in der Buchhandlung danach fragen will... Buchanan ist selbst Physiker und behauptet, in den Sozialwissenschaften könnte man neue Erkenntnisse gewinnen, wenn man die gleichen (mathematischen) Methoden und Modelle wie aus der Atomphysik verwendet.

Jeder Mensch verhält sich wie ein Atom und interagiert mit vielen anderen Atomen, sein Verhalten und die Wechselwirkungen lassen sich aber durch einfache Annahmen modellieren. Dadurch kann man erklären, wie Verhalten auf Makroebene funktioniert: Warum z.B. der Time Square in New York sich in wenigen Jahren von einem verdreckten, heruntergekommenen Umschlagplatz für Kriminelle in ein blühendes urbanes Zentrum der modernen Medienwirtschaft verwandelt hat.
Anders als die klassische ökonomische Forschung gehen die Forscher, die Buchanan vorstellt, aber nicht von der Fiktion eines rational handelnden Homo Oeconomicus" aus, sondern übernehmen auch Erkenntnisse aus der Psychologie und Evolutionsforschung, um bestimmte Verhaltenspräferenzen zu beschreiben. Diese einfachen Regeln und Motive auf individueller Ebene erklären das Verhalten von Menschen (oder Atomen", um im Jargon des Autors zu bleiben), zusammen mit einfachen Mustern der gegenseitigen Anziehung und Abstoßung ergibt sich dann ein beobachtbares Verhalten auf Makroebene, deren Ergebnisse durchaus den Motivationen der Individuen zuwider laufen können.

Der Klassiker dazu ist eine (schon ältere) soziologische Studie aus den USA, bei der gezeigt wurde, dass nicht Rassismus zu ethnisch einheitlichen Wohngebieten führt. Es reicht vielmehr schon aus, dass Menschen ungern in Gegenden wohnen, wo sie einer klaren Minderheit angehören - diese leichte Präferenz verstärkt sich durch Rückkopplungseffekte und führt über kurz oder lang zur Ghettobildung. Buchanans Buch gibt einen Eindruck über diese Forschungsrichtung, die er plakativ als Sozialphysik" und revolutionär neu bezeichnet.
Tatsächlich gibt es aber schon eine Jahrzehntelange Tradition dieser Art von mathematisch-modellierter Sozial- und Wirtschaftsforschung, die mit Physik wenig bis gar nichts zu tun hat. Die Methoden und mathematischen Modelle werden auch vom Autor nicht wirklich vorgestellt oder erläutert, weshalb man nur einen sehr oberflächlichen Eindruck über das Thema bekommt. Doch das Buch ist locker und unterhaltsam geschrieben und liefert deshalb eine angenehme Erweiterung des Horizonts: Man muss den Menschen eben nicht unbedingt ins Hirn schauen, um ihr Verhalten prognostizieren zu können.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Habe ich es dem promovierten Physiker Mark Buchanan bei seinem faszinierenden Buch "Small Worlds" noch verziehen, wenn er allzu sehr ausuferte und nicht mehr zum Kern zurückfand, kostet ihn Langatmigkeit nun einen Stern. Empfehlen möchte ich es trotzdem. Aber wenn im Juni 2008 "Die Gesetze der Nachahmung" von Gabriel de Tarde im Suhrkamp Verlag endlich als bezahlbare Taschenbuchausgabe herauskommt, erhält Mark Buchanan ernsthafte Konkurrenz. Zumindest beim Muster Nachahmung. Aber da der wissenschaftliche Hintergrund der beiden Autoren aus völlig verschieden ist, sind inhaltliche Überschneidungen selten.

Was mir am neusten Buch von Mark Buchanan gefällt, ist weniger der Neuigkeitswert und die Form der Vermittlung, sondern der Ansatz. Das Bild vom rational handelnden Menschen endlich zu begraben, wird einfacher sein, wenn man Unterstützung beim vermeintlichen Feind holt. Während wir uns schon fast daran gewöhnt haben, dass die Neurologen an diesem Bild rütteln, sind Wortmeldungen von Physikern noch relativ selten. Vor allem von solchen, die davon absehen, die wenig hilfreichen Chaostheorien wieder aufleben zu lassen.

Mark Buchanan geht von der These aus, dass sich auch in komplexen Systemen Muster bilden, die wir erkennen und steuern können. Weshalb Buchanan sich mit dem Begriff Muster nicht zufrieden gab und die Atome ins Spiel brachte, weiss ich nicht. Ich finde die Analogie zu diesem Bauteil der Physik nicht zwingend und oft sogar verwirrend. Will ich das Verständnis für Muster im sozialen Zusammenleben der Menschen fördern, würde es genügen auf ähnliche Muster in der so genannten unbelebten Welt hinzuweisen. Und wo Mark Buchanan dies macht, gewinnen seine Ausführungen sofort an Klarheit. Wieso passt sich der Mensch an und nach welchen Gesetzmässigkeiten? Warum zählt Nachahmung zu den Erfolgsrezepten der Evolution und was sind ihre Auslöser? Wann kooperieren wir und welches Umfeld ist für ein solches Verhalten von Nutzen? Sind vereinende und trennende Kräfte von der gleiche Natur? Und was hindert uns Menschen eigentlich daran, von der Vorstellung Abschied zu nehmen, wir seien einzigartige Sondermodelle und daher Naturgesetzen weniger unterworfen? Auf all diese Fragen gibt Mark Buchanan spannende Antworten. Bedauerlich ist nur, dass er kein grosser Didaktiker ist und seinem Hang zum munteren Geschichtenerzähler allzu sehr frönt.

Mein Fazit: Ein interessantes Buch über die Gesetzmässigkeiten sozialen Verhaltens. Vor allem weil es von einem Physiker verfasst wurde, der gerne Brücken zu den Geisteswissenschaften zählt. Zu den unabdingbaren Pfeilern dieser Konstruktionen gehört aber die Bereitschaft, sich auf neue Sichten einzulassen und alten Lieben Adieu zu sagen. Schade ist nur, dass es dem Autor nicht gelingt, die Aufmerksamkeit bei seinem Publikum während der ganzen Aufführung hoch zu halten. So wie sich der Autor immer wieder verliert, erblasst auch das, was zu Beginn der Lektüre so klar schien.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Warum die Reichen reicher werden und Ihr Nachbar so aussieht wie Sie...
ein verheißungsvoller Titel mit viel Potential!

Mark Buchanan hat es inhaltlich sicher sehr gut genutzt - vor allem durch seine einem Physiker innewohnende Logik und Verbundenheit zu Naturgesetzen.
Das Beste an dem Buch ist, dass es endlich verständlich mit den alten Annahmen der Ökonomie aufräumt.
Würde der Autor nicht an manchen Stellen abschweifen und dadurch ein wenig das Interesse des Lesers verlieren, wäre der 5te Stern sicher noch dazugekommen...

Positiv hervorzuheben ist noch die Arbeit der Übersetzerin, die es vermochte die technisch geprägte Sprache eines Physikers, der gerade ökonomische Zusammenhänge bearbeitet, auch im Deutschen aufzuzeigen - so fühlt man sich als Physiker und Ökonom gleich "daheim"! ;-)
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