Eine Nilreise" : Man liest das Buch als einen Reisebericht per Boot, im Auto, zu Fuss oder in Gesellschaft eines Esels und durchlebt die Landschaft und den Nil zu allen Tages- und Nachtzeiten. Man staunt über Tempelbauten aus vorchristlicher Zeit und erlebt die Pyramiden einmal nicht aus der üblichen Touristenperspektive. Die Autorin führt uns durch das Leben der Einheimischen, zuhause und auf den Märkten. Dies alles nicht zuletzt, weil sie gut arabisch spricht und es versteht, rasch Kontakte zu knüpfen.
Man bekommt Lust, das alles selbst einmal anzuschauen. Carmen Rohrbach eröffnet uns sozusagen ganz nebenbei auch einen tiefen Einblick in die Mythologie des Landes, seine Geschichte und Entwicklung. All dies beruht sicher auf einer umfassenden und intensiven Vorbereitung ihrer Reise und dem spürbaren persönlichen Interesse für Land und Leute.
Und schließlich ist da noch der Stil. Kein wissenschaftlicher Höhenflug schreckt uns ab, sondern sie schreibt lebensnah beobachtend, gelegentlich humorvoll - so dass man glaubt, bei ihr ein leichtes Augenzwinkern zu sehen.
Insgesamt, so denke ich, ein unerlässliches Buch als Begleiter für Reiselustige, Abenteurer und Geschichtsinteressierte.
(I.Uhlich)