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DRDS beschreibt auf Basis des gleichnamigen Buches von J. G. Ballard die Erlebnisse des jungen Jamie Graham (= J. G. [Ballard]), dargestellt von einem absolut genial aufspielenden jungen Christian Bale, der ebenso sorgenfrei wie behütet und arrogant in der diplomatisch geschützten internationalen Zone im Shanghai der späten 30er/frühen 40er Jahre aufwächst, bis die japanischen Truppen der "Idylle" ein Ende machen.
Der Film (wie das teils autobiografische Buch) begleitet Jamie nach der unfreiwilligen Trennung von seinen Eltern bei der Suche nach diesen, wo er von dem amerikanischen Schwarzhändler Basie (John Malkovich) unter die Fittiche genommen und fortan gut amerikanisch Jim genannt wird. Gemeinsam landen sie in einem japanischen Gefangenenlager bei Shanghai, erleben Tod und Verzweiflung unter den Mitgefangenen ebenso, wie sie es schaffen, sich in der Situation durch Schwarzhandel und Anpassung komfortabel einzurichten, bis die (bis aufs chinesische Festland sichtbare) Atombombe auf Nagasaki der Gefangenschaft ein Ende macht.
Ebenso wie das Buch wird der Film durchgehend aus der Sicht von Jamie/Jim erzählt. Das führt dazu, dass zunächst eine naive Begeisterung für die japanischen Aggressoren einerseits, ein Herabsehen auf die chinesischen Dienstboten andererseits die vermeintlich rassistische Botschaft des Films zu sein scheinen. Aber die Erzählung will nicht objektiv und politisch korrekt sein, sondern die Eindrücke und Gefühle eines vom Krieg kalt erwischten Kindes möglichst treffend wiedergeben. Jamie/Jim ist später von den amerikanischen Fliegern ("P51 - Cadillac of the Skies") genauso kindlich begeistert wie anfänglich von den Mitsubishi-Zero-Piloten der Japaner.
Wenn es an dem Film etwas zu kritisieren gibt, dann nur, dass der "amerikanische" Faktor gegenüber dem Buch erheblich aufgewertet wurde - aber selbst Spielberg muss sehen, wo er sein Geld und sein Publikum herbekommt. Basie spielt im Buch eine erheblich geringere und auch noch weniger sympathische Rolle, und der "Statusgewinn" im Lager durch Kungeln mit den Amis ist auch eine Erfindung des Drehbuchautors Tom Stoppard. Richtig stören tut das aber erst, wenn man das Buch gelesen hat.
Ansonsten ist alles da, was einen großen Film auszeichnet, nicht zuletzt ein brillanter Score von (Überraschung!) John Williams. Herausragend ist der Einsatz des walisischen Liedes "Suo gan" und schließlich eines Orff-mäßig anmutenden (und doch von John Williams stammenden) Liedes in lateinischer Sprache, "Exsultate justi". Wer dabei angesichts der Erlebnisse von Jamie nicht mindestens Mühe hat, eine Träne zu verdrücken, sollte sich in der Tat ein anderes Film-Genre suchen.
Die Umsetzung des immerhin 18 Jahre alten Filmes ist mindestens in der OF (Dolby 5.1) makellos. Obwohl ich noch nicht einmal angefangen habe, die offenbar zahlreichen Extras auf der zweiten DVD anzusehen, kriegt die Special Edition schon für den Film allein von mir fünf Sterne.
China in den 1940ern. Viele Europäer leben wie in einstigen Kolonialzeiten im Land, sorgsam behütet und geschützt in Abbilden ihrer fernen Heimat, die mit dem teilweise ärmlichen Leben der Chinesen nichts zu tun haben. So auch der junge Jim, dessen Welt und Weltbild jedoch urplötzlich mit einem Schlag zerbrechen, als der tobende Krieg auch vor der Oberschicht nicht mehr länger Halt macht. Von seinen Eltern getrennt, schlägt er sich an der Seite zweier überlebenstougher "Gauner" durch die nunmehr ziemlich chaotischen Zeiten, die er fast bis zur Kapitulation Japans ausschließlich in einem Arbeiterlager zum Bau einer Landebahn für Kampfflieger zubringt, wo aus dem einst verweichlichten Oberklassebengel ein gewiefter Überlebenskünstler wird, der sich neben dem Alltag des reinen Überlebens auch immer noch kleine Illusionen (oder Hoffnungrn) von längst vergangener und zukünftiger Normalität bewahrt, wo andere schön längst aufgegeben haben.
Ohne viel Blut und Gewalt (verglichen mit anderen [Anit-]Kriegsfilmen) und ohne kitschig-sentimental zu sein, schuf Spielberg mit diesem Film ein ehrlich-offenes aber gleichzeitig bewegendes Meisterwerk, das durch erstklassige Schauspieler, die die Transformation ihrer Charaktere blendend darstellen, sowie mitreißender Musik und Kameraführung glänzt. Nichts wird romantisiert, nichts stereotypisiert - die Tatsache, dass manche Szenen auf den Zuschauer vielleicht geringfügig unreal und "entrückt" erscheinen, liegt allein daran, dass wir uns fast gar nicht mehr vorstellen können, was Krieg - vor allem auch für die Seele und den Geist jedes einzelnen - wirklich bedeutet.
Wer diesen Film nicht gesehen hat, hat ein Meisterwerk verpasst, das auch heute noch völlig zu Unrecht vielfach unterbewertet wird.
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